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Überregional - Stuttgart

9. Jul 2014 - 13:37 Uhr

Naturschutzminister Alexander Bonde: „Landesregierung stärkt biologische Vielfalt mit ambitionierten Zielen und mehr Geld für Naturschutz“ - Grün-Rot hat Naturschutzmittel in der laufenden Legislaturperiode bereits um mehr als 60 Prozent erhöht

- Tagung zur Naturschutzstrategie Baden-Württemberg: Neue Strategien zum Schutz der Biodiversität

"Die biologische Vielfalt ist die existenzielle Grundlage für die Tier- und Pflanzenwelt und für das menschliche Leben. Sie ist massiv bedroht: Expertinnen und Experten schätzen, dass weltweit täglich bis zu 130 Arten aussterben. Wegen dieser alarmierenden Situation hat die Landesregierung mit der Naturschutzstrategie einen ambitionierten Maßnahmenkatalog vorgelegt, um die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu sichern. Damit die fixierten Ziele realisiert werden können, haben wir den Naturschutzhaushalt seit 2011 bereits um mehr als 60 Prozent erhöht. Bis 2016 werden wir den Naturschutz finanziell weiter stärken und damit innerhalb einer Legislaturperiode die Naturschutzgelder auf 60 Millionen Euro verdoppeln“, sagte der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde heute auf der Tagung „Einsatz für Eisvogel, Enzian & Co.: Naturschutzstrategie Baden-Württemberg – neue Strategien für den landesweiten Schutz der Biodiversität“ im Haus der Architekten in Stuttgart. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Vorstellung der baden-württembergischen Naturschutzstrategie sowie die Diskussion über deren konkrete Maßnahmen.


Bundesweit einmalige Naturschutzstrategie als naturschutzpolitischer Rahmen
„Mit unserer bundesweit einmaligen Naturschutzstrategie haben wir den lange vernachlässigten Naturschutz ins Zentrum der Politik gerückt. Die in der Strategie fixierten Maßnahmen reichen von einer naturverträglichen Landnutzung und Siedlungsentwicklung über die ökologische Neuausrichtung der Flurneuordnung bis zur Entwicklung eines landesweiten Moorschutzkonzepts“, so der Minister. Bedeutender Schwerpunkt der Naturschutzstrategie seien die Großschutzgebiete im Land. „Der Nationalparkpark Schwarzwald, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb und unsere sieben Naturparke bieten unzähligen Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume – ebenso wie die Natura 2000-Flächen, die gesetzlich geschützten Biotope, die vielen Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie die Bann- und Schonwälder im Land“, sagte Bonde. Er betonte, dass die Landesregierung in ihrer Naturschutzstrategie auch auf die flächendeckende Einrichtung von Landschaftserhaltungsverbänden in Baden-Württemberg setze. „Die Landschaftserhaltungsverbände sind ein Erfolgsmodell im Land: Unter Grün-Rot ist die Zahl von ursprünglich sechs Landschaftserhaltungsverbänden im Jahr 2011 auf aktuell 26 gewachsen. Die Landschaftserhaltungsverbände kümmern sich unter anderem um Biotoppflege, Fließgewässerrenaturierung und sind in der Umweltbildung engagiert. Sie sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie wirkungsvoll kooperativer Naturschutz sein kann, wenn alle Beteiligten ihre Interessen unter einen Hut bringen“, sagte der Minister.

Naturschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Bonde betonte, dass die biologische Vielfalt die globale wirtschaftliche Entwicklung sichere, Impulse für technische und medizinische Innovationen gebe und eine vielfältige Lebensmittelversorgung garantiere. Daher seien Gemeinden, Verbände, Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Hochschulen und alle Bürgerinnen und Bürger sowie die Politik gleichermaßen dazu aufgerufen, sich für den Erhalt der biologische Vielfalt einzusetzen. „Die Naturschutzstrategie Baden-Württemberg zeigt, dass Naturschutz eine Querschnittsaufgabe ist. In intensiven Diskussionen mit Umweltverbänden, den Berufsvertretungen der Land- und Forstwirtschaft sowie mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Wissenschaften ist eine Strategie entstanden, die ressort- und themenübergreifend gezielt verschiedene Aktionsfelder in den Blick nimmt und den Naturschutz im Land zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema macht“, sagte der Minister. Abschließend dankte Bonde allen, die an der Naturschutzstrategie mitgearbeitet hatten – den beteiligten Expertinnen und Experten sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Naturschutzverwaltung.

Hintergrundinformationen:

Naturschutzstrategie Baden-Württemberg
Die von der Landesregierung vergangenes Jahr verabschiedete Naturschutzstrategie Baden-Württemberg hat in erster Linie das Ziel, die biologische Vielfalt in Baden-Württemberg zu stabilisieren, also die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre genetische Vielfalt zu erhalten, ihre Lebensräume zu sichern und ihre Überlebenschancen zu verbessern. Damit wird der Beitrag Baden-Württembergs formuliert, um das von der internationalen Staatengemeinschaft und der Europäischen Union definierte Ziel zu erreichen, den dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen und eine positive Entwicklung bis 2050 einzuleiten. Derzeit schätzen Experten, dass weltweit täglich bis zu 130 Arten aussterben. Diese Aussterberate liegt um den Faktor 100 bis 1.000 über dem natürlichen Wert. Damit wird das Naturkapital, von dem wir zu einem großen Teil, etwa in der Land- und Forstwirtschaft, leben, immer stärker aufgebraucht.

Die vollständige Fassung der Naturschutzstrategie sowie die auf der heutigen Tagung erstmals präsentierte Kurzversion können auf der Internetseite des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz unter www.mlr-bw.de heruntergeladen werden. Beide Versionen können außerdem bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) unter www.lubw.baden-wuerttemberg.de in der Rurik Service > Publikationen > Natur und Landschaft kostenfrei angefordert werden. Weitere Informationen zur Naturschutzstrategie Baden-Württemberg sind unter www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Naturschutzstrategie abrufbar.

Tagung

Auf der Tagung „Einsatz für Eisvogel, Enzian & Co.: Naturschutzstrategie Baden-Württemberg – neue Strategien für den landesweiten Schutz der Biodiversität“ heute in Stuttgart im Haus der Architekten wurde die Naturschutzstrategie rund 150 Gästen vorgestellt und mit Experten diskutiert. Die Tagung wurde von der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz organisiert.

(Presseinfo: Christa Krause, Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Baden-Württemberg, Pressestelle, Stuttgart, vom 9.7.14)


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