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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

20. Mar 2017 - 14:14 Uhr

Universität veröffentlicht Gutachten zu Joseph Keul - Fünftes Gutachten zu Sportmedizin und Doping in Freiburg

Foto: Peter Mesenholl
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„Joseph Keul: Wissenschaftskultur, Doping und Forschung zur pharmakologischen Leistungssteigerung" – so lautet der Titel des wissenschaftlichen Gutachtens, das die Albert-Ludwigs-Universität nun im Internet unter www.uni-freiburg.de/universitaet/einzelgutachten veröffentlicht hat. Autoren sind der Sportwissenschaftler Dr. Andreas Singler und der Sportpädagoge Prof. Dr. Gerhard Treutlein. Damit publiziert die Universität bereits das fünfte Gutachten zu Sportmedizin und Doping in Freiburg, das von ehemaligen Mitgliedern der „Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin" verfasst wurde. „Das Gutachten über Joseph Keul ist ein weiterer wichtiger Baustein, der uns unserem Ziel näherbringt, die Vergangenheit der Freiburger Sportmedizin schonungslos aufzuklären und offenzulegen", sagt Rektor Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer. „Wir lösen damit unser Versprechen ein, die rechtlich geprüfte Fassung von Gutachten zu veröffentlichen." Andreas Singler hatte das Gutachten zuvor auf seiner Webseite für Vertreterinnen und Vertreter der Medien, nicht jedoch für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Universität hat eine den Medien übermittelte Fassung erhalten und sie nun ins Netz gestellt.

Die Autoren analysieren in ihrem Gutachten das Wirken von Joseph Keul, ihnen zufolge über drei bis vier Jahrzehnte hinweg der einflussreichste und wichtigste wissenschaftlich tätige Sportmediziner in der Bundesrepublik. Im Unterschied zu dem medizinischen Praktiker Armin Klümper habe Keul sich vor allem als Sport- und Medizinfunktionär betätigt. Obwohl ihm nur wenige Dopingmaßnahmen nachgewiesen werden könnten, sei er einer der am meisten dopingbelasteten Sportmediziner in Westdeutschland gewesen. Das liege „an seinem wissenschaftlichen Wirken ebenso wie an seinen vielfältigen sport-, medizin- und wissenschaftspolitischen Aktivitäten, durch die er Doping ebenso mit zu verantworten hatte wie einen jahrzehntelangen defizitären Anti-Doping-Kampf in der Bundesrepublik", schreibt Singler in seiner Zusammenfassung des Gutachtens.

Keul habe mit seiner Wissenschaft den Boden dafür bereitet, dass sich in Politik und Wettkampfsport die Überzeugung durchgesetzt habe, eine pharmakologische Leistungssteigerung – etwa mit Anabolika – sei möglich, ohne dass die Maßnahmen den Sportlerinnen und Sportlern schaden. Er habe das Konzept eines Dopings unter ärztlicher Kontrolle für männliche erwachsene Athleten vertreten und so die vermeintlich rationale Grundlage geschaffen, um Manipulationen offen oder stillschweigend zu legitimieren. Abgegrenzt habe sich Keul dagegen vom unkontrollierten Missbrauch durch Sportlerinnen und Sportler. Diese paradoxe Gleichzeitigkeit der Förderung und Bekämpfung von Doping lasse sich an keinem anderen Sportmediziner und Funktionär in der Bundesrepublik anschaulicher aufzeigen als an Keul. Spitzenpolitik und Sport hätten ihn und seine Gefolgsleute in einflussreiche Positionen gebracht, um eine Sportmedizin zu bekommen, die ihrem Ziel internationaler Wettbewerbsfähigkeit entsprechende Resultate lieferte. Medizinerinnen und Mediziner, die abweichende Ansichten vertreten hätten, seien aus solchen Positionen verdrängt worden.

Ebenso problematisch wie Keuls Haltung zum Doping sei den Autoren zufolge die Wissenschaftskultur in der von ihm geführten sportmedizinischen Abteilung des Universitätsklinikums Freiburg gewesen. Doping sei dort als „brauchbare Illegalität" erschienen, die externe Erwartungshaltungen bedienen sowie zugleich öffentliches Ansehen und ökonomischen Erfolg sicherstellen konnte. Darüber hinaus hätten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Keul gedopte Sportler als Probanden für Studien genutzt – eine Praxis, die korrektes wissenschaftliches Arbeiten unmöglich gemacht habe. Wichtigste Forderung aus den Erkenntnissen, die in dem Gutachten dargestellt seien, ist die nach einem Angebot zur systematischen Gesundheitsnachsorge für ehemalige Hochleistungssportler.

(Presseinfo: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 20.03.2017)


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