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Gesamte Regio - Feldberg

13. Nov 2017 - 18:10 Uhr

Infoveranstaltung zu Blumenwiesen stieß auf großes Interesse - Projekt zur Samengewinnung auf Wiesen im Naturpark Südschwarzwald trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt bei

Blumenbunte Wiesen bei Löffingen als Spenderflächen für Blumenwiesensamen.

Bildnachweis (© Ulrike Stephan)
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Im Naturpark Südschwarzwald läuft seit zwei Jahren das Modellprojekt „Schwarzwälder Wiesenvielfalt“, bei dem Samen von Wildblumen und heimischen Gräsern gezielt geerntet und wieder für die Begrünung eingesetzt werden können. Am Freitag, 10. November 2017, fand hierzu im Haus der Natur am Feldberg eine Infoveranstaltung statt.
Roland Schöttle, Geschäftsführer des Naturparks, zeigte sich zufrieden über die große Resonanz der Informationsveranstaltung, bei der der aktuelle Stand des Projekts vorgestellt wurde. Die Förderung der Biodiversität zusammen mit allen Partnern der Region sei eine sehr wichtige Aufgabe. Dies sahen auch die Teilnehmer so, die aus der Verwaltung, von Planungsbüros, von Gemeinden, Bauhöfen, landwirtschaftlichen Betrieben, der Imkerschaft und dem Jagdverband gekommen waren. Bärwurz und Schwarze Flockenblume sind typisch für den Schwarzwald, Große Pimpinelle und Wiesensalbei typisch für die Kalkgebiete des Wutachgebietes. Alle diese Pflanzenarten waren bislang kaum erhältlich und können nun nach der erfolgten Samenernte zur Neubegrünung und Aufwertung von Ausgleichsflächen, Gewässerrändern, Straßenböschungen oder in Naturschutzprojekten eingesetzt werden.
Die Ökologie von Wiesen beschrieb zunächst Reinhold Treiber, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes Breisgau-Hochschwarzwald. Dabei wurde deutlich, dass sich Wiesenpflanzen erst mit der Nutzung zu Pflanzengemeinschaften zusammengefunden und manche Ökotypen und Arten sich sogar ganz neu entwickelt haben. Für den Transport und Austausch der Samen waren bislang die Landwirte und ihre Tiere durch Heugewinnung und Beweidung maßgeblich. Heublumen wurden wieder für die Begrünung verwendet. Heute sei dieser Samenkreislauf durch die Silagewirtschaft verändert und teils unterbrochen. Besonders für viele Arten mit schweren Samen ist deshalb eine Wiederbesiedlung von Flächen kaum mehr möglich und ein Projekt wie das des Naturparks dringend erforderlich.
Diplombiologin Ulrike Stephan, die das Projekt durchführt und sich mit ihrem Unternehmen (www.wiesendruschsaat.de) in der Region auf Wiesendruschsaat spezialisiert hat, stellte die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Projektziele und den Ablauf der Samenernte mit der Wiesendruschmethode vor. Viele Arbeitsschritte der Methode des Wiesendruschs von der Entfernung von unerwünschten Unkräutern wie Stumpfblättrigem Ampfer, über die Beurteilung der Samenreife bis zum Mähdreschereinsatz und der Trocknung wurden genauer dargestellt. „Die Landwirte sind unsere zentralen Ansprechpartner, mit ihnen können wir zur Zeit der Heuernte gleichzeitig die Wildblumensamen gewinnen“, sagte Stephan. Es entstünde kein Heuverlust und die Landwirte bekämen zudem noch etwas Geld für die Möglichkeit der Ernte. Bei dem Vortrag wurde deutlich, dass nur artenreiche Wiesen mit der unverfälschten Pflanzenvielfalt des Naturparks für das Projekt in Frage kommen
Mehr als 15 Flächen im Schwarzwald und dem Baar-Wutach-Gebiet wurden bereits zu unterschiedlichen Zeiten mit kleinen Mähdreschern von Landwirten vor Ort oder der eigenen Maschine beerntet und so ein Spenderflächennetz aufgebaut. Die filigranen und besonders geformten Samen vieler Pflanzenarten konnten die Teilnehmer als Bilder und auch unter dem Mikroskop näher in Augenschein nehmen.
Zum Abschluss der Veranstaltung zeigte die Diskussionsrunde, dass die Teilnehmer mit sehr vielen Fragen zur praktischen Umsetzung gekommen waren. Die Begrünung von Ökokontoflächen und die besten Einsaatzeitpunkte, der Einsatz von Wiesendruschsaat auf Wildschweinwühlstellen und die Begrünung von Wegflächen in Flurbereinigungsverfahren waren die Themen. Angeregt wurde auch die Idee, Deponieflächen, wie zum Beispiel die geschlossene Hausmüll-Deponie bei Neustadt, gebietsheimisch zu begrünen, um zumindest an der Oberfläche wieder artenreiches Grünland aus heimischer Herkunft entwickeln zu können. Schwarze Flockenblumen statt der Lupinen aus Nordamerika sollen wieder als typisch für den Schwarzwald angesehen werden, waren sich die Teilnehmer einig.
Das Projekt wird noch zwei Jahre weitergeführt, neue Spenderflächen werden aufgenommen und Flächen gesucht, auf denen eine Begrünung realisiert und begleitet werden kann. Eine weitere Informationsveranstaltung ist 2019 zum Abschluss geplant.
Dieses Projekt wurde gefördert mit Mitteln des Landes Baden-Württembergs und der Lotterie Glücksspirale.

(Presseinfo: Naturpark Südschwarzwald e.V.)

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