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Kreis Lörrach - Landkreis Lörrach

4. Jun 2025 - 14:34 Uhr

Antrag der SPD-Kreistagsfraktion Lörrach zum Thema Gesundheitsversorgung - Versorgung ländlicher Räume ist deutlich schlechter geworden


Sehr geehrte Frau Landrätin Dammann,
sehr geehrte Kreistagskollegen,

die gesundheitliche Versorgung ländlicher Räume wird im Flächenland Baden-Württemberg zunehmend zum Problem. Ursächlich ist unter anderem, dass viele junge Ärztinnen und Ärzte die Selbstständigkeit scheuen und lieber in einem Angestelltenverhältnis an Kliniken oder in Praxen Interesse zeigen. Noch nie gab es so viele Ärztinnen und Ärzte in Deutschland wie in diesem Jahr 437 000. Das sind 85% mehr Ärzte als im Jahr 1990.

Dennoch ist die Versorgung ländlicher Räume deutlich schlechter geworden. Das liegt auch daran, dass deutlich weniger Arbeitsstunden pro Arzt im Vergleich zu 1990 zur Verfügung stehen. Überdies sind städtische Räume deutlich besser versorgt.

So ist es in der Stadt Freiburg derzeit nicht möglich sich als Hausarzt mit Kassenzulassung niederzulassen. Der Bezirk ist durch die KV gesperrt. Im Landkreis Lörrach und in Teilen von Breisgau-Hochschwarzwald gibt sowohl freie Hausarzt wie freie Facharztsitze.

Die unbefriedigende Situation gefährdet auch die Funktionsfähigkeit unserer Zentralen Notaufnahme in Lörrach. Im Jahr 2010 wurden dort 18 000 Patienten versorgt. Letztes Jahr waren es 33 000 und dieses Jahr werden es nach ersten Zahlen ca. 36 000 Patienten werden. Davon werden rund 70% ambulant behandelt. Dies spricht dafür, dass die Patienten entweder keinen Hausarzt finden oder aber Hilfe brauchen, wenn die Praxen geschlossen sind.

Die Schließung einiger Notfallpraxen durch die KV Baden-Württemberg haben die Situation zu Lasten unserer Klinik weiter verschärft.

Die SPD-Kreistagsfraktion schlägt folgende vier Punkte vor:

1. Das Konzept eines gemeinsamen Tresens von Klinikärzten und Niedergelassenen muss in der neuen Klinik umgesetzt werden und schon jetzt dafür geworben werden.

2. Bei Unterversorgung sollten freie Arztsitze aufgekauft werden. Besonders dringlich ist die Situation bei Kinderärzten.

3. Das Konzept unserer MVZ Struktur sollte ausgeweitet werden.

4. Das neue Primärarztsystem hat auch Folgen für die Klinik. Wenn Patienten keine Facharzttermine in angemessener Zeit erhalten, dürfen auch gesetzlich Versicherte von Klinikärzten behandelt werden. Das ambulante Konzept der Klinik sollte daraufhin überprüft werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Klaus Eberhardt - Marion Caspers-Merk


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