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Ortenaukreis - Offenburg

20. Oct 2021 - 14:19 Uhr

Erlebnis- und Erinnerungsort "Salmen" in Offenburg war "zu Besuch" beim Bundespräsidenten - Frank-Walter Steinmeier empfing Mitglieder der AG Orte der Demokratiegeschichte in Berlin

Erlebnis- und Erinnerungsort "Salmen" in Offenburg war "zu Besuch" beim Bundespräsidenten.
Carmen Lötsch (links) und Katerina Ankerhold nahmen an einem Empfang bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil.

Foto: Stadt Offenburg
Erlebnis- und Erinnerungsort "Salmen" in Offenburg war "zu Besuch" beim Bundespräsidenten.
Carmen Lötsch (links) und Katerina Ankerhold nahmen an einem Empfang bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil.

Foto: Stadt Offenburg
Zu ihrer Jahrestagung haben sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte, zu der auch der Salmen Offenburg gehört, in Berlin getroffen. Im Rahmen der Jahrestagung nahmen auch Carmen Lötsch, Leiterin des Fachbereichs Kultur und Katerina Ankerhold, Salmen-Leiterin, an einem Empfang bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teil.

Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland diskutierten an zwei Tagen über aktuelle Entwicklungsperspektiven im Themenbereich Demokratiegeschichte. Dabei beschäftigen sie sich unter anderem auch mit aktuellen Aspekten wie Migrationsgeschichte, Protest und sozialen Bewegungen nach 1945.

Beim Empfang in Schloss Bellevue brachte Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung der Demokratiegeschichte für die deutsche Erinnerungskultur zum Ausdruck und verwies auf die großen Fortschritte, die seit 2018 erreicht worden seien. „Demokratie ist kein Zustand, sondern ein ständiger Prozess“, sagte Steinmeier in seiner Begrüßungsrede. „Mit Blick auf künftige Generationen müssen wir die Wurzeln der deutschen Demokratie sehr viel stärker freilegen.“ Er bedankte sich für das Engagement der Anwesenden in diesem Bereich.

Erst kürzlich war die Bundesstiftung Orte der Demokratiegeschichte gegründet worden. „Die Aufmerksamkeit, die das Thema derzeit auf Bundesebene erfährt, zeigt einmal mehr, dass wir mit der Neukonzeption des Salmen hier in Offenburg den Nerv der Zeit treffen“, so Carmen Lötsch. „Dabei ist es uns wichtiges Anliegen, die Demokratiegeschichte, die sich in Offenburg abgespielt hat, für alle zugänglich zu machen – hier vor Ort und auch über die Grenzen der Stadt hinaus.“

Die Umbauarbeiten und Neukonzeption des Salmen in der Lange Straße werden voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein. Am 13. Mai 2022 wird der Salmen als moderner Erlebnis- und Erinnerungsort neu eröffnen und künftig an fünf Tagen pro Woche öffentlich zugänglich sein.


*** Info Salmen:

Festsaal, Synagoge, Elektroladen, Ort der Demokratiegeschichte: Der Offenburger Salmen hat eine bewegte Geschichte. Seit 2002 Denkmal von nationaler Bedeutung, trägt er zwei Pole deutscher Demokratiegeschichte in sich. Der Salmen ist authentischer Ort für Demokratie und Freiheitsstreben sowie zentrale Erinnerungsstätte für begangenes Unrecht im Nationalsozialismus zugleich.

Zum ersten Mal findet der Salmen Erwähnung im Jahr 1787 als Straußenwirtschaft mit Werbelokal für Soldaten. 1806 wird ein Veranstaltungssaal im Hinterhof über den Stallungen errichtet, der später weit über die Grenzen Offenburgs hinaus Bekanntheit erlangen soll: Am 12. September 1847 proklamieren die Entschiedenen Freunde der Verfassung um die späteren Revolutionäre Gustav Struve und Friedrich Hecker im vollgefüllten Salmensaal die „13 Forderungen des Volkes“ – den ersten Grundrechtekatalog in Deutschland. Später kauft die jüdische Gemeinde Offenburg das Gebäude an und verwendet es ab 1875 als Synagoge, bis die Nazis den Betsaal in der Nacht des 9. November 1938 verwüsten und zerstören.

Was war:
Danach gerät der Salmen erst mal in Vergessenheit… Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht ein Elektroladen in das Gebäude ein, der sich bis in die 1990er-Jahre hält – von der bewegten Geschichte, die das Haus in seinen Mauern trägt, zunächst keine Spur mehr. Erst viel später beginnt man, sich vorsichtig zu erinnern. 1975 wird eine Gedenktafel für die jüdische Gemeinde an der Fassade angebracht. Doch es dauert noch weitere zwei Jahrzehnte, bis der Salmen in der Stadt wieder Beachtung als geschichtsträchtiger Ort erhält: 1997 im Zuge des großen Freiheitsfestes, mit dem Offenburg das 150-jährige Jubiläum der Verkündung der 13 Forderungen feiert.

Wenig später, im Jahr 2002, erklärt der damalige Bundespräsident Johannes Rau den Salmen zum „Denkmal von nationaler Bedeutung“. In seinem Beisein übernimmt das Haus seine neue Aufgabe als Ort des Gedenkens: Eine kleine Ausstellung zu seiner Geschichte sowie ein Gedenkraum für die Opfer der jüdischen Gemeinde Offenburgs werden eröffnet. In den darauffolgenden Jahren wird der Salmen vor allem aber beliebter Veranstaltungsort in der Stadt. Kulturveranstaltungen wie Konzerte oder Theater füllen den historischen Saal mit Leben. Zugleich wird genau dort, wo sich mehr als 150 Jahre zuvor die ersten Freiheitsbestrebungen Gehör verschafften und ein Jahrhundert später eben diese mit Füßen getreten wurden, jetzt Politik gemacht: Der Gemeinderat der Stadt Offenburg tagt im Salmensaal.

Was kommt:
In seiner Vielschichtigkeit repräsentiert der Salmen heute wie damals zwei völlig konträre Aspekte unserer jüngeren Geschichte. Dies noch stärker erfahr- und erlebbar zu machen und zugleich in Zusammenhang mit uns im Hier und Jetzt zu stellen, das hat sich die Stadt Offenburg mit der Ausarbeitung eines neuen Konzepts für den Salmen zur Aufgabe gemacht. Derzeit wird das Gebäude umgebaut, um es barrierefrei zu machen und alle Gebäudeteile miteinander zu verbinden. Parallel wird ein neues Gesamtkonzept entwickelt und umgesetzt. Unterstützt wird das Projekt zu zwei Dritteln durch das Bundesministerium des Inneren mit den Fördermitteln des Projekts „National Projekte des Städtebaus“. Nach einjährigem Umbau eröffnet das Haus im Mai 2022 als moderner Erlebnis- und Erinnerungsort. 200 Jahre Demokratiegeschichte werden multimedial erzählt und die Besucher*innen zum aktiven Mitdenken und Handeln eingeladen.

Im Herzstück des Salmen, dem historischen Saal, wird eine rundum projizierte Multimediaschau die Geschichte des Gebäudes erfahrbar machen. Eine museale Ausstellung zeichnet zudem die Ereignisse von 1847 sowie die Zeit des Salmen als Synagoge und deren Zerstörung durch die Nazis nach.

Ebenso wichtig wie die Darstellung der historischen Ereignisse und das Erinnern und Gedenken ist es, auch unsere heutige Demokratie erfahrbar und bewusst zu machen. Was bedeutet eigentlich für uns Freiheit und was ist Demokratie? Warum ist es so wichtig, sich daran zu erinnern, dass, was uns heute selbstverständlich erscheint, hart erkämpft werden musste? Weshalb sind unsere Grundrechte so schützenswert? Durch ein Angebot an interaktiven Elementen und ein Veranstaltungsprogramm rund um die Themen Demokratie und Menschenrechte wird der Salmen auch zu einem Ort, der zur Reflexion und Interaktion anregt, zu einem Ort des Austauschs und der Begegnung. Auch künftig wird der Salmensaal fester Sitz des Gemeinderats sein. Dort, wo die Stadträte tagen – dort, wo Demokratie anfängt – nehmen auch die Besucher*innen Platz, um den Salmen zu erleben und selbst mit Leben zu füllen.

So wird der Salmen zu einem Ort, der allen offensteht und allen eine Möglichkeit bietet, das eigene Demokratieverständnis zu entwickeln oder zu reflektieren. Er wird zu einem lebendigen Ort des kulturellen Gedächtnisses unserer Stadt, der eine Brücke schlägt zwischen den Ereignissen seiner eigenen bewegten Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart.


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