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Ortenaukreis - Offenburg

21. Oct 2021 - 18:07 Uhr

Bei ihr laufen die Fäden zusammen - Katerina Ankerhold leitet den Salmen – ein Porträt

Katerina Ankerhold

Bild: Stadt Offenburg
Katerina Ankerhold

Bild: Stadt Offenburg

Seit März leitet Katerina Ankerhold den Salmen. Bei der 32-Jährigen laufen die Fäden rund um den Erinnerungs- und Gedenkort in der Lange Straße zusammen. Die gute Nachricht vorneweg: „Mit dem Umbau und der Neugestaltung liegen wir ganz im Zeitplan.“

Leiterin des Salmen? Wenn Katerina Ankerhold außerhalb von Offenburg nach ihrer beruflichen Tätigkeit gefragt wird, sind Nachfragen vorprogrammiert. „Ich muss dann etwas ausholen“, erklärt sie lachend. Das mache sie gerne. Denn der Salmen ist ihr ans Herz gewachsen.

Zuvor war sie Redakteurin bei der Tietge-Agentur und Projektmanagerin
des Salmen-Magazins, das im Auftrag des Fachbereichs Kultur entstand. Das Kulturmagazin sei immer ihr Lieblingsprojekt gewesen, verrät sie. Da lag es auf der Hand, sich für die neu geschaffene Stelle zu bewerben.
Diese war überregional ausgeschrieben und stieß auf großes Interesse.

Mit Katerina Ankerhold machte eine mehrsprachige und vielseitige Bewerberin das Rennen, die mit der Materie bereits vertraut war. Zudem war Kulturchefin Carmen Lötsch ihre „hochprofessionelle
Arbeitsweise“ bereits aus der Zusammenarbeit mit dem Salmen-Magazin bekannt.

Geboren wurde Katerina Ankerhold in Bonn, sie hat griechische Wurzeln. Sie ging in Freiburg zur Schule und studierte in Mainz und Paris Theater- und Politikwissenschaften sowie Romanistik. Die Bretter der Welt, der ganze kulturelle Bereich: „Dafür schlägt mein Herz.“ Sie arbeitete ein Jahr für den zweisprachigen Fernsehsender arte, später kam die Redakteursstelle in Offenburg. Und schließlich die Ausschreibung: „Es war eine gute Kombination aus meinen Fähigkeiten und Interessen.“ Außerdem hatte sie Lust auf etwas Neues.

Zunächst einmal gilt es, den Überblick zu behalten. Der Salmen ist derzeit Großbaustelle. Bis zum 13. Mai nächsten Jahres soll der Gebäudekomplex als moderne Erlebnis- und Erinnerungsstätte neu eröffnet und multimedial wie interaktiv seine bewegte Geschichte
ebenso wie aktuelle Bezüge präsentieren. Ankerhold gerät ins Schwärmen, wenn sie nach der Bedeutung des Salmen gefragt wird. „Es ist der einzige Ort, der beide Phasen der deutschen Geschichte repräsentiert – die Demokratiebewegung Mitte des 19. Jahrhunderts und die Judenverfolgung während der Nazidiktatur.“ Diese Ambivalenz sei total spannend. Mit dem Umbau werde diese Doppelbödigkeit noch stärker herausgearbeitet: „Ich finde den Plan sehr sinnvoll und ergiebig.“
Einmal pro Woche schaut sie sich die Fortschritte auf der Baustelle an; es gibt regelmäßig einen „Baustellen-Jour fixe“; die Zusammenarbeit mit Thomas Binkert vom städtischen Fachbereich Bauservice und Thomas
Emminger von Architekturbüro archi-graf sei sehr konstruktiv.

Inhaltlich geht es darum, gemeinsam mit den Kollegen vom Fachbereich Kultur die Ausstellung zu konzipieren und die Multimedia-Schau vorzubereiten. Auch hier gibt es zwei Zeitstränge, der eine rund um die
Versammlung der entschiedenen Freunde der Verfassung am 12. September 1847 – der andere um die Geschehnisse in der Reichspogromnacht vom 9. auf 10. November 1938. „Es wird kein normales Museum“, verrät Ankerhold. Es geht darum, Geschichte so darzubieten, dass sich die Besucher*innen fragen können: „Was hat
das mit mir zu tun?“

Nach wie vor kommen die Besucher übers Foyer und den Glasanbau in den Saal. Dort wird die Multmedia-Show gezeigt und der Gemeinderat tagen. Es geht um Menschenrechte und Demokratie. Zum linken Flügel wird es einen Durchbruch geben. Hier wird die jüdische Geschichte den Ton angeben. Statt Gastronomie im Erdgeschoss soll sich ein multifunktionaler Raum mit vertiefenden Infos auch an Schulklassen richten.


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