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RegioTrends

Kreis Lörrach - Lörrach

6. Jun 2025 - 13:10 Uhr

Stadt Lörrach unterstützt Ziel einer beschleunigten Energiewende - Verwaltung ist dabei Gebäude energieeffizienter zu gestalten und Nutzung erneuerbarer Energien auszubauen


Die Stadt Lörrach begrüßt das Ziel, die Energiewende im Bereich der städtischen Gebäude und Liegenschaften schneller umzusetzen. Bereits seit vielen Jahren – deutlich vor dem Ukraine-Krieg und der damit verbundenen Energiepreiskrise – arbeitet die Stadtverwaltung kontinuierlich daran, ihre Gebäude energieeffizienter zu gestalten und die Nutzung erneuerbarer Energien auszubauen.

Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom März 2024 wurde umfassend geprüft. Aufgrund absehbarer gesetzlicher Änderungen auf Bundesebene – unter anderem durch das Inkrafttreten von fünf neuen Energiegesetzen seit Februar 2025 – wurden alle neun Unterpunkte des Antrags nochmals unter Berücksichtigung der neuen Rahmenbedingungen bewertet.

Kernpunkte der Prüfung im Überblick:

1. Energiewende bei städtischen Gebäuden
Die Stadt Lörrach unterstützt die Zielsetzung ausdrücklich. Der zentrale Hebel für eine schnellere Umsetzung liegt jedoch in der Sanierung der Gebäude, insbesondere im Dachbereich. Bereits heute werden sämtliche Bauvorhaben durch den Fachbereich Umwelt und Mobilität frühzeitig auf PV-Potenziale geprüft.

2. Finanzierung durch Dritte
Die Möglichkeit, Investitionen in PV-Anlagen aus dem städtischen Haushalt auszulagern, wird seit mehr als 20 Jahren verfolgt. Die Zusammenarbeit mit Bürgerenergiegenossenschaften oder Energieversorgern ist gelebte Praxis. Eine Ausweitung dieser Modelle wird durch personelle, statische und finanzielle Restriktionen limitiert.

3. Technische und bauliche Hindernisse bei PV-Anlagen
Ein Großteil der Dächer ist derzeit für PV-Anlagen ungeeignet – sei es wegen mangelnder Statik, Brandschutzanforderungen oder fehlender Eigenverbrauchsmöglichkeiten. Ohne vorherige Sanierung kann auf unsanierten Dächern keine wirtschaftlich sinnvolle PV-Anlage installiert werden.

4. Strombilanzkreise nur begrenzt anwendbar
Die Stadt hat mit Fachleuten die Einführung von Strombilanzkreisen geprüft. Die derzeit eingespeiste Strommenge liegt deutlich unter der wirtschaftlich sinnvollen Schwelle von 150.000 kWh. Eine Umsetzung wäre aktuell nicht rentabel.

5. Wärmeversorgung im Fokus
Im Bereich Wärme zeigt sich die Stadt Lörrach durch Projekte wie das Energiewandelquartier Stetten-Dorf sowie dezentrale Heizzentralen zukunftsorientiert. Die Einbindung Dritter außerhalb des Kernhaushalts ist hier bereits in der Umsetzung.

6. Nutzung externer Dächer und Betreiber
Die Verpachtung städtischer Dachflächen an externe Betreiber wird fortgeführt. Angesichts neuer gesetzlicher Regelungen muss jedoch geprüft werden, unter welchen Bedingungen sich diese Modelle auch künftig rechnen.

7. Zeitgemäße Planung von Gutachten und Prüfungen
Prüfungen und Gutachten sind nur dann sinnvoll, wenn konkrete Sanierungs- oder Bauvorhaben anstehen. Zu frühe Analysen führen angesichts sich ständig verändernder Vorgaben zu nicht verwertbaren Ergebnissen und binden unnötig Ressourcen.

8. Strombilanzkreise: Beobachtung und Zukunftsperspektive
Obwohl derzeit nicht wirtschaftlich umsetzbar, bewertet die Stadt das Modell Strombilanzkreis grundsätzlich positiv. Eine regelmäßige Überprüfung auf Anwendbarkeit soll erfolgen.
Im Ergebnis empfiehlt die Verwaltung daher, die bewährten Verfahren beizubehalten, weiter zu optimieren und kontinuierlich an neue gesetzliche Rahmenbedingungen anzupassen. Die Potenziale für den Ausbau erneuerbarer Energien im städtischen Gebäudebestand sind bekannt – ebenso wie die Grenzen ihrer kurzfristigen Realisierbarkeit.

„Der Weg zu einem klimaneutralen Lörrach bleibt klares Ziel. Durch fundierte Prüfung, gezielte Investitionen und kluge Kooperationen mit externen Partnern sollen die nächsten Schritte auf diesem Weg effizient und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden“, erklärt Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.

(Presseinfo: Stadt Lörrach, 06.06.2025)


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