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Kreis Lörrach - Lörrach

9. Jan 2026 - 17:17 Uhr

Lisa Rees-Medaille 2026 in Lörrach verliehen - Stadt ehrte Dirk Furtwängler, Jörg Lievert sowie Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten für außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement

Lisa Rees-Medaille 2026 in Lörrach verliehen.
Oberbürgermeister Jörg Lutz mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Lisa Rees-Medaille 2026 der Stadt Lörrach: Jörg Lievert, Dirk Furtwängler, Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten, mit den Laudatoren Oliver Bohn, Philipp Bohner und Norbert Uttner.

Foto: Stadt Lörrach - Lucia Hofmaier
Lisa Rees-Medaille 2026 in Lörrach verliehen.
Oberbürgermeister Jörg Lutz mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Lisa Rees-Medaille 2026 der Stadt Lörrach: Jörg Lievert, Dirk Furtwängler, Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten, mit den Laudatoren Oliver Bohn, Philipp Bohner und Norbert Uttner.

Foto: Stadt Lörrach - Lucia Hofmaier

Die Stadt Lörrach würdigt mit der Lisa Rees-Medaille das vielseitige, engagierte und oftmals über viele Jahre gewachsene Wirken von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Organisationen und Initiativen, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl und den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft einsetzen. Die feierliche Verleihung der Lisa Rees-Medaille 2026 fand am gestrigen Donnerstag (8. Januar) im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt im Burghof Lörrach statt. Oberbürgermeister Jörg Lutz überreichte die Auszeichnung und unterstreicht damit den Dank der Stadt an ihre ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger. In diesem Jahr werden Dirk Furtwängler, Jörg Lievert sowie der Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten mit seinem Quartierscafé ausgezeichnet.

Dirk Furtwängler – engagierte Stimme für Inklusion und Teilhabe:
Dirk Furtwängler steht seit vielen Jahren für einen beharrlichen, sachlichen und zugleich menschlichen Einsatz für Menschen mit Behinderung in der Stadt Lörrach. Sein Name ist untrennbar mit dem Behindertenbeirat der Stadt verbunden, den er seit dessen Gründung maßgeblich geprägt hat. Über drei Wahlperioden hinweg führte er das Gremium insgesamt 15 Jahre bis 2022 als erster Vorsitzender und setzte dabei konsequent auf Zusammenarbeit als Team auf Augenhöhe.

Mit großem Gespür für die unterschiedlichen Perspektiven körperlicher, seelischer und kognitiver Beeinträchtigungen brachte Dirk Furtwängler die vielfältigen Stärken der Beiratsmitglieder zusammen. Zu den zentralen Erfolgen seiner Amtszeit zählen die Erstellung und kontinuierliche Weiterentwicklung eines Stadtplans für Menschen mit Behinderung, die fachliche Begleitung zahlreicher Bauprojekte im öffentlichen Raum sowie eine nachhaltige Sensibilisierung für die Belange von Menschen mit Behinderung in Verwaltung und Stadtgesellschaft. Seine persönliche Erfahrung als Mensch mit Sehbehinderung floss dabei stets konstruktiv ein, ohne je im Vordergrund zu stehen.

Bekannt ist Dirk Furtwängler für seine ruhige, lösungsorientierte Arbeitsweise und seinen feinen Humor, mit dem er auch kritischen Situationen begegnete und das gemeinsame Ziel nie aus den Augen verlor. Mit der bewussten Entscheidung, 2022 nicht erneut für den Vorsitz zu kandidieren, schuf er Raum für neue Impulse, blieb dem Behindertenbeirat jedoch als zweiter Vorsitzender erhalten und sichert seither Kontinuität. Darüber hinaus engagiert er sich seit 2024 auch als Bezirksgruppenleiter beim Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden.

Dirk Furtwängler hat über all die Jahre die Freude an seinem Ehrenamt bewahrt und stets die Sache über die eigene Person gestellt. Sein Wirken steht beispielhaft für gelebte Inklusion, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein – ein Engagement, das Anerkennung und Dank in besonderem Maße verdient.


Jörg Lievert – ein Leben für Gemeinschaft und Zusammenhalt:
Jörg Lievert steht beispielhaft für ein Engagement, das nicht laut auftritt, sondern über Jahrzehnte hinweg trägt. Geboren 1944, kam er bereits als Kind nach Lörrach und fand hier seine Heimat. Beruflich war er Maurer aus Überzeugung und führte über 33 Jahre ein eigenes Handwerksunternehmen – ein Beruf und ein Lebensweg, geprägt von Verantwortung, Verlässlichkeit und dem Willen, aufzubauen. Diese Haltung spiegelt sich auch in seinem ehrenamtlichen Wirken wider. Besonders prägend ist sein jahrzehntelanges Engagement im Verband Wohneigentum, dem er insgesamt 45 Jahre als erster Vorsitzender vorstand. Für ihn ging es dabei nie um Formalien, sondern um Menschen: um Beratung, Sicherheit und ein gutes Miteinander. Ebenso intensiv engagierte er sich in der Siedlergemeinschaft, wo er Räume für Begegnung schuf und mit Festen, Ausflügen und offenen Angeboten Gemeinschaft lebendig machte – stets mittendrin, stets anpackend.

Auch im Sport zeigte sich seine Haltung: Als Trainer beim FV Lörrach sprang er ein, weil er gebraucht wurde, und vermittelte jungen Menschen Werte wie Teamgeist, Fairness und Durchhaltevermögen. Besonders eindrucksvoll ist sein persönliches Engagement innerhalb der Familie. Nach der schweren Erkrankung seines Sohnes Markus fand er gemeinsam mit ihm neue Wege, begleitete ihn als Trainer im Sportschießen und ermöglichte außergewöhnliche sportliche Erfolge – getragen von Mut, Ausdauer und der Überzeugung, dass Lösungen möglich sind.

Jörg Lievert handelt nach einem einfachen, aber tiefen Grundsatz: Man muss Ziele haben – und diese Ziele sind bei ihm stets auf andere gerichtet. Sein Wirken steht für leises, nachhaltiges Engagement, für Menschlichkeit, Zusammenhalt und Heimat. Mit der Verleihung der Lisa-Rees-Medaille würdigt die Stadt Lörrach genau diese Haltung und sagt Danke für ein Lebenswerk im Dienst der Gemeinschaft.


Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten – gelebte Menschlichkeit und Gemeinschaft:
Der Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten steht beispielhaft für ein Engagement, das dort ansetzt, wo Technik und Konzepte an ihre Grenzen stoßen: bei echter Nähe, persönlicher Zuwendung und gelebter Gemeinschaft. Seit seiner Gründung im Jahr 2014 ist der Verein zu einer festen Institution im Stadtteil geworden. Getragen von engagierten Bürgerinnen und Bürgern verfolgt er das Ziel, ältere Menschen vor Vereinsamung zu schützen und ihnen zusätzliche soziale, pflegerische und kulturelle Angebote zu ermöglichen.

Aus einer Idee, angestoßen durch den damaligen Heimleiter des Seniorenzentrums und die spätere städtische Seniorenbeauftragte, entwickelte sich unter dem Vorsitz engagierter Ehrenamtlicher ein lebendiges Netzwerk. Herzstück ist das Quartierscafé, das seit nunmehr zehn Jahren immer mittwochs am Markttag stattfindet und weit mehr als ein Café ist: ein offener, generationsübergreifender Mittagstisch, Treffpunkt für alte Freunde und Ort des Austauschs. Begleitetes Einkaufen, Gymnastikangebote und enge Kooperationen mit Akteuren im Stadtteil stärken die Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Mit großem Einsatz – vom ehrenamtlichen Küchenteam bis zu den Fahrerinnen und Fahrern des barrierefreien Busses – hat der Förderverein seine Angebote stetig ausgebaut. Heute zählen über 300 Mitglieder dazu, deren Beiträge und Engagement Investitionen und eine Vielzahl weiterer Aktivitäten ermöglichen: Tanzcafés, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Fahrdienste, ein eigener Adventsmarkt und vieles mehr. Dabei steht stets der Mensch im Mittelpunkt – mit all seinen Eigenheiten, Bedürfnissen und Stärken.

Der Förderverein Seniorenzentrum St. Fridolin Lörrach-Stetten lebt Toleranz, Akzeptanz und Wertschätzung und zeigt eindrucksvoll, wie Gemeinschaft entsteht, wenn Menschen sehen, was gebraucht wird, und einfach handeln. Dieses vorbildliche Wirken macht ihn zu einem würdigen Träger der Lisa-Rees-Medaille.


Die Lisa-Rees-Medaille:
Die Lisa Rees-Medaille wird von der Stadt Lörrach für herausragendes ehrenamtliches Engagement oder vorbildliche Projekte von Bürgerinnen und Bürgern verliehen, die in Lörrach wohnen und wirken, sowie an Organisationen und Initiativen, die sich für die Stadtgesellschaft einsetzen. Gewürdigt wird langjähriges oder besonderes Engagement in den Bereichen Kultur, Soziales, Sport, Jugend, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Über die Vergabe entscheidet eine zehnköpfige Jury auf Grundlage von Vorschlägen aus der Bürgerschaft. Namensgeberin der Auszeichnung ist Elisabetha Beate Rees, geborene Stier, eine Vorkämpferin der Frauenemanzipation, die während und nach dem Ersten Weltkrieg große soziale Verantwortung übernahm.

- Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2024: Lore Hilger, Erich Fischer und das Free Cinema e.V.
- Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2022: Nassim Mouafi, Amandine Tupin vom BUND und das Jugendrotkreuz Lörrach.
- Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2020: Gerhard Möhring, Christine Langen und der Arbeitskreis Miteinander e.V. (AKM), vertreten durch Herrn Vitus Lempfert.
- Die Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2018: Robert Horvath, Günther Roßkopf und Wolfgang Seelig für den Kontaktclub „Zusammenhalt“.

Weitere Informationen zur Lisa Rees-Medaille:
https://www.loerrach.de/de/Stadt-Buergerschaft/Loerrach-im-ueberblick/Ehrungen-der-Stadt-Loerrach/Lisa-Rees-Medaille.

(Presseinfo: Stadt Lörrach, 09.01.2026)

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