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Kreis Emmendingen - Waldkirch

31. Mar 2026 - 15:29 Uhr

Gruß aus Suggental: Postkarte von 1904 zeigt das ehemalige Suggenbad in Waldkirch - Karte hält wichtigen Teil der Ortsgeschichte fest

Gruß aus Suggental: Postkarte von 1904 zeigt das ehemalige Suggenbad in Waldkirch.
Historische Ansicht des ehemaligen Schwefelbads in Suggental. 

Foto: Stadtarchiv Waldkirch
Gruß aus Suggental: Postkarte von 1904 zeigt das ehemalige Suggenbad in Waldkirch.
Historische Ansicht des ehemaligen Schwefelbads in Suggental.

Foto: Stadtarchiv Waldkirch

Postkarten gehören seit mehr als 150 Jahren zu den beliebtesten Urlaubsgrüßen. Auch vor mehr als einem Jahrhundert griff man gerne zu diesem Medium – so wie eine unbekannte Person, die im August 1904 eine Ansichtskarte aus Suggental verschickte.
Die Karte zeigte das heutige Hotel Suggenbad mit den damaligen Anbauten des Schwefelbads, die heute nicht mehr erhalten sind. Die Postkarte hält einen wichtigen Teil der Ortsgeschichte fest – und zeigt ein Suggental, das es so heute nicht mehr zu sehen gibt.

Vom Mineralbad zum Hotel: Die Geschichte des Suggenbads
Schon seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde im Schwarzwald in Bergbauregionen wie Suggental nach mineralischen Quellen gesucht. 1481 wurde das Suggenbad erstmals erwähnt. Das Bad profitierte von einer reichhaltigen Schwefelquelle und seiner günstigen Lage an der Hauptverkehrsstraße ins Elztal. Die Quellenlage ist spärlich: 1597 war das Bad baufällig, 1600 wurde es neu errichtet. Unterhalten wurde es vom Margarethenstift. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Bad von den Schweden zerstört und erst um 1700 wieder aufgebaut. Der Badbetrieb endete 1913 endgültig. Heute sind in den Gebäuden ein Hotel und ein Restaurant.

Vergnügter Ausflug nach Bad Suggental:
Besonders interessant an der Postkarte: Der Gruß wurde – wie damals üblich – direkt auf der Vorderseite vermerkt. „Herzlichen Kuß + Gruss aus Bad Suggenthal sendete beim vergnügten Ausflug (durch?) Radfahr-Club unseren lieben Freunden + …“ Der restliche Text ist leider nicht mehr vollständig lesbar. Die Praxis, Grüße auf der Bildseite zu notieren, war Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, denn es galt noch die sogenannte „ungeteilte Rückseite“: Dort hatten ausschließlich Adresse und Briefmarke Platz.

Vom privaten Album ins Archiv: der Weg der Postkarte
Die Postkarte gelangte als Digitalisat ins Stadtarchiv Waldkirch. Seit 2003/2004 sammelt Klaus Person historische Fotografien aus der Waldkircher Stadtgeschichte. Mehr als 75 Bürgerinnen und Bürger haben ihm ihre privaten Bilder zum Einscannen anvertraut – die Rechte verblieben bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. 2022 wurde der gesamte Bildbestand dem Stadtarchiv übergeben. Die vorliegende Postkarte stammt vermutlich aus den Recherchen zu einem geplanten Bildband über Suggental.

Signatur der Postkarte:
Stadtarchiv Waldkirch, BA 17/67 Nr. 7

Über das Stadtarchiv:
Das Waldkircher Stadtarchiv ist das Gedächtnis der Stadt und zentrale Anlaufstelle für alle Fragen zur Stadtgeschichte. Dort werden Originaldokumente und Objekte aus mehr als 700 Jahren Stadtgeschichte bewahrt. Einmal im Monat stellt das Archiv ein besonderes Dokument oder einen ausgewählten Gegenstand aus seinem Bestand vor.
Weitere Infos zum Stadtarchiv sowie Öffnungszeiten finden Sie online unter www.stadtarchiv-waldkirch.de

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