Besseres Stadtklima durch mehr Grün: Wenn Ende Oktober/Anfang November die Arbeiten zu Neugestaltung des Offenburger Marktplatzes planmäßig abgeschlossen werden können, ist der größte Hitzehotspot in der Altstadt Geschichte. Besucherinnen und Besucher erwartet dann ein Klimahain aus 21 neu gepflanzten Bäumen mit barrierefreien Zugängen und lauschigen Sitzplatzmöglichkeiten. Wasserspiele, Sonnensegel und Zeltdach werten den Platz zusätzlich auf. Das OFFENBLATT wirft einen Blick auf die Komplexität der Arbeiten, bedingt durch den besonderen Untergrund: die Marktplatz-Tiefgarage.
Seit 16. März sind die Bauzäune aufgestellt: In einem ersten Arbeitsschritt haben Baggerfahrzeuge bereits die Granitplatten auf einer 550 Quadratmeter großen Fläche im nördlichen Bereich der Baustelle für den geplanten Klimahain entfernt. Ein Bild, das die städtischen Planer*innen aus den Bereichen Stadtplanung und Stadtgestaltung sowie Grünplanung herbeigesehnt haben – den Startschuss für einen neuen Marktplatz.
„Die ungleiche Proportionenverteilung zwischen Platz und den Gebäuden auf der Nordseite ließ mein Herz als Stadtplaner nicht gerade höherschlagen. Daher habe ich mir bereits Ende 2021 Planungsunterlagen der Tiefgarage besorgt, um eine Neugestaltung auszuloten“, erinnert sich Andreas Clausen von der Abteilung Stadtplanung, Stadtgestaltung und Denkmalschutz. Ins Rollen kam das Ganze dann mit dem 2024 verabschiedeten Rahmenplan Stadtklimawandel. „Auf der Grundlage dieses Plans entwickelten wir ein Stadtbaumkonzept, um die Hitzebelastung in den Hotspots zu reduzieren“, blickt Daniel Ebneth, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Baurecht, zurück. Die Aufenthaltsqualität habe an heißen Sommertagen auf dem Marktplatz stark abgenommen, so Ebneth.
Ein Blick auf die Pläne zeigt eine Dreiteilung des Platzes: im Norden der Klimahain, im Westen mit den vorhandenen Sitzbänken ein Wasserspiel mit elf Fontänen und drei Sonnensegeln sowie im Süden das Zeltdach. Besonders herausfordernd für die Planenden ist die Marktplatz-Tiefgarage als Untergrund. Nach Entfernung der Platten folgt jetzt der nächste Schritt: der Ausbau der Hochofenschlacke. "Lärm und Schmutz bleiben hier leider nicht aus", erklärt Philip Denkinger, Abteilungsleiter Grünflächen und Umweltschutz. Aber bis Mitte Mai dürften die Arbeiten erledigt sein und dann werde es auf dem Platz wieder ruhiger, erklärt der Experte. Zeitgleich werden auch die Fundamente des ehemaligen Zeltdaches demontiert.
Weiter folgt der Einbau einer Abdichtungsschicht aus Gussasphalt zum Schutz vor Sickerwasser des künftigen Hains. Darauf wird dann das Pflanzensubstrat aufgebracht mit einer Höhe von 90 Zentimeter bis zu 1,20 Meter Richtung Westen, da der Platz leicht abschüssig verläuft. Dann wird ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem mit Unterflurbewässerung über eine Ringleitung, gesteuert von Sensoren, eingebaut. Am westlichen Rand des künftigen Hains entsteht eine Wasserrinne mit Pumpe – ein aktives Wasserspiel für Kinder, das gleichzeitig auch die Bäume mit Wasser versorgt. Der Zugang zum Klimahain verläuft über die Ostseite barrierefrei, im Westen über Sitzstufen aus Holz und Granitstein sowie im Süden und Norden über jeweils vier Stufen.
Im Westen des Platzes mit den bestehenden Holzbänken und den drei schattenspendenden Bäumen wird ein Wasserspiel mit elf Fontänen entstehen, die zur Platzmitte hin mit drei Sonnensegeln ausgestattet werden. Das alte Zeltdach wird im Süden des Platzes seine neue Heimat finden, nachdem die Verankerungen im Boden angebracht worden sind. "Hier kann es nochmals zu Lärmbelästigungen kommen, da nach dem Ausbau einzelner Granitplatten wieder Teile der Hochofenschlacke beseitigt werden müssen", erklärt Denkinger. Die ausgebauten Granitplatten werden übrigens eingelagert. "Wir verwenden diese wieder bei neuen Projekten", verweist Ebneth auf das nachhaltige Bauen der Stadt.
Ende Oktober und Anfang November – die beste Pflanzzeit – werden dann die 21 überwiegend heimischen Bäume, darunter Feld- und Rotahorn, Späths Erle und Amberbaum, von 3,5 bis vier Metern Höhe gepflanzt. Ziel ist es, mit einem geschlossenen Blätterdach und der dadurch entstehenden Verdunstung eine erhebliche Abkühlung der Umgebung zu schaffen. Auch Vögel und Insekten werden hier ein Zuhause finden und damit entsteht auch ein weiterer Ort einer intakten Biodiversität in der Altstadt.
Die Kosten des Projekts belaufen sich auf rund eine Million Euro, davon werden Zuschüsse in Höhe von 730.000 Euro vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen übernommen.
Die umliegenden Geschäfte und Anwohner*innen wurden vorab bereits von Mitarbeitenden der Stadtentwicklung über den Verlauf der Bauarbeiten informiert. Wer zusätzlich Fragen hat, kann sich jederzeit an Roman Wunsch, Telefon 0781/82-2446, oder E-Mail an innenstadt@offenburg.de wenden.
"Wir freuen uns, wenn die Menschen nach dem Umbau auf dem Marktplatz mit und ohne Veranstaltung ihre Nischen für einen entspannten Aufenthalt finden", freuen sich Ebneth, Clausen und Denkinger.
(Presseinfo: Stadt Offenburg, 01.04.2026)
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Ortenaukreis - Offenburg
1. Apr 2026 - 15:56 UhrVom Hitzepol zur Wohfühloase in Offenburg - Stadt setzt weiteres Zeichen für eine klimafreundliche und lebenswerte Innenstadt

Vom Hitzepol zur Wohfühloase in Offenburg.
Der zukünftige Marktplatz.
Foto: Stadt Offenburg
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