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12. Oct 2021 - 11:37 Uhr

Europäische Woche der lokalen Bergrassen - Landwirtschaftliche Betriebe, die die seltenen Schwarzwälder Rinderrassen züchten besucht

SERAM-Exkursion

Bild: Naturpark Suedschwarzwald
SERAM-Exkursion

Bild: Naturpark Suedschwarzwald
Im Rahmen einer internationalen Konferenz im französischen Colmar führte am 23. September 2021 ein Exkursionstag in den Naturpark Südschwarzwald zu zwei landwirtschaftlichen Betrieben, die die seltenen Schwarzwälder Rinderrassen Vorderwälder und Hinterwälder züchten.


CORAM – Arbeitsgemeinschaft der lokalen Gebirgsrassen

Die Arbeitsgemeinschaft „Collectif des Races locales de Massif“ (CORAM) ist ein Verein, der 2007 gegründet wurde, um die lokalen Rassen der wichtigsten französischen Gebirge (Alpen, Pyrenäen, Zentralmassiv und Korsika) zu fördern, zu koordinieren und zu vertreten. Sie setzt sich außerdem dafür ein, die Wettbewerbsfähigkeit von landwirtschaftlichen Betrieben zu verbessern, außerdem für die Aufrechterhaltung der Produktionspraktiken in Bezug auf ihre Vorkommensgebiete und für die Stärkung der Verbindung zwischen lokalen Rassen und ihren typischen Produkten. Sie bringt die Auswahlgremien zusammen, die für die Verwaltung und Ausrichtung der Auswahl sowie die Förderung lokaler Massivrassen zuständig sind.

Die französischen Gebirge sind die Ursprungsgebiete der wichtigsten lokalen Rinder- und Schafrassen, sowohl der Milch- als auch der Fleischrassen. Diese Rassen sind ein wesentlicher Bestandteil des sozioökonomischen Erbes der Gebirgslandschaften und wirken sich als solche direkt auf die ländliche Dynamik dieser Regionen aus, die starke natürliche Nachteile für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung aufweisen.

Die Bedeutung dieser Rassen ist vielfältig
• Auf wirtschaftlicher Ebene:
Die jahrzehntelange züchterische Arbeit hat es ermöglicht, diese Rassen wettbewerbsfähig zu machen, so dass sie ein Einkommen für die Züchter garantieren und sich an die Anforderungen an Qualität und Produktion anpassen unter Berücksichtigung der Anforderungen an die Anpassung an die Umwelt. Ihr gutes Image bei den Verbrauchern ist auch ein unbestreitbarer wirtschaftlicher Vorteil im Rahmen von Qualitätsinitiativen.
• Auf Umweltebene:
Die Erhaltung lokaler Rassen als Elemente wettbewerbsfähiger Landwirtschaft hat es ermöglicht, Viehzucht in Gebieten mit deutlichen natürlichen Standortnachteilen (flachgründige Böden, Feuchtgebiete, Täler, Hochebenen usw.) aufrechtzuerhalten. So bleiben die Ressourcen der Grünlandwirtschaft in schützenswerten Gebieten erhalten, ebenso wie die Futterautonomie.
• Auf sozialer Ebene:
Die Nutzung dieser Rassen durch leidenschaftliche Züchter basiert traditionell auf gemeinschaftlichen Organisationen. Diese Organisationsstrukturen ermöglichen die Weiterentwicklung der Synergien aus Rassen, Landbewirtschaftung und Regionen.
Die lokalen Bergrassen sind der Motor einer ländlichen Wirtschaft, die sich auf hervorragende landwirtschaftliche Arbeit stützt, sowohl auf die Qualität der Produkte als auch auf den Respekt vor der Umwelt und die Erhaltung der biologischen Vielfalt unserer Berge.
Sie sind die Garanten für die Aufrechterhaltung einer starken lokalen Identität, die sowohl auf der Qualität als auch auf der Vielfalt der Berglandschaften und den Produkten dieser Rassen basiert, die zum nationalen kulinarischen Erbe gehören.

Kennzahlen
Die lokalen Bergrassen Frankreichs:
30 Rassen:
- 20 Fleischschafrassen
- 5 Milchschafrassen
- 3 Fleischrinderrassen
- 2 Milchrinderrassen
13 Zuchtverbände
- 8 für Schafe
- 3 für Fleischrinder
- 2 für Milchrinder

44.000 Bauernhöfe, von denen 76% in den Gebirgen liegen
3.000.000 Mutterschafe, davon 87% in den Gebirgsregionen und 50% im nationalen Viehbestand
- davon 176.000 Mutterschafe überprüft, d. h. 62%
- davon 930.000 Milchschafe überprüft, d. h. 100%

450.000 Rinder, davon 89% in den Gebirgsregionen und 6% im nationalen Viehstand.
- davon 92.000 Fleischrinder, d. h. 12%
- davon 30.000 Milchvieh, d. h. 1%

Charta der CORAM
Die CORAM-Rassen üben eine echte wirtschaftliche Dynamik in den Diensten der Berglandwirtschaft und der Regionen aus. Das Hauptziel der Auswahl lokaler Bergrassen besteht darin, die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in den Berggebieten zu steigern. Die Aufrechterhaltung von Produktionspraktiken soll sichergestellt werden, da sie perfekt an die schützenswerten Gebiete angepasst sind und eine positive Rolle für Land, Umwelt, biologische Vielfalt und den Kampf gegen Klimarisiken (Brände, Lawinen usw.) spielen. Die natürliche Verbindung zwischen lokalen Rassen, ihren typischen Produkten und ihren traditionellen Herkunftsgebieten soll gestärkt werden, um den multifunktionalen Charakter der Viehwirtschaft in den Berggebieten hervorzuheben (kulturelle Vielfalt, ländliche Entwicklung, Umweltschutz, Erhaltung der biologischen Vielfalt, Agrotourismus usw.).

Als Teil des von ihnen geschaffenen Verbunds haben die Bergregionen eine 7-Punkte-Charta verabschiedet, in der ihre Strategie und ihre Anliegen klar definiert sind:

1. Nutzung der regionstypischen Lokalrassen
Um die Anpassungseigenschaften der Rassen an ihre Umgebung aufrechtzuerhalten, ist es wichtig, dass die Auswahlgrundlagen für die Zuchtsysteme des Herkunftsgebiets der Rasse repräsentativ sind. In diesem Sinne müssen bestimmte Züchtungspraktiken (ohne Weidegang, extremes Gewicht, maximales Wachstum, Futterzukäufe von außerhalb der Region usw.) begrenzt oder sogar ausgeschlossen werden, da sie die Gefahr bergen, künstliche Bedingungen für das genetische Potenzial der Rassen zu schaffen.

2. Bewahrung der genetischen Variabilität jeder Rasse
Das Streben nach maximalem, kurzfristigem Gewinn kann dazu führen, dass Auswahlzentren bestimmte Züchter mit höherem Potenzial und genetischem Wert (insbesondere bei Besamung) unangemessen fördern. Dabei besteht das Risiko, dass die genetische Variabilität verloren geht. Bei lokalen Rassen erfordern die begrenzten Selektionsmöglichkeiten sowie die Notwendigkeit, langfristige Merkmale der Anpassung an die Umwelt zu gewährleisten, ein sehr sorgfältiges Management dieser genetischen Variabilität, sowohl bei der Entstehung als auch bei der Ausbreitung des genetischen Fortschritts.

3. Selektion im Sinne „autonomer und wirtschaftlicher“ Produktionssysteme
Im Gegensatz zur Suche nach maximaler individueller Leistung und Produktivität muss die Selektion bei Lokalrassen die landwirtschaftliche Produktivität und Rentabilität verbessern, indem eine Versorgungsautonomie der Region angestrebt wird. Die Selektion muss daher im Hinblick auf die Suche nach einem wirtschaftlichen Optimum erfolgen, das auf einer vorrangigen Nutzung lokaler Ressourcen und nicht auf dem alleinigen Ziel der Volumensteigerung beruht. Ebenso muss bei der Auswahl sorgfältig darauf geachtet werden, Zuchtpraktiken zu bewahren oder sogar zu fördern, die die Umwelt, die Landnutzungsplanung und die gesellschaftlichen Erwartungen berücksichtigen.

4. Selektion nach Produktionskriterien wie auch nach Funktionskriterien
Die Berücksichtigung des Rassestandards stellt ein sehr wichtiges Auswahlkriterium für alle lokalen Rassen dar und kann in bestimmten Fällen Abweichungen vom Zuchtziel allein aufgrund der Produktionskriterien darstellen. Es ist wichtig, diesen Auswahldruck auf die Norm aufrechtzuerhalten, denn selbst wenn dies schwer zu quantifizieren ist und manchmal kontrovers diskutiert wird, ist es wahrscheinlich, dass bestimmte Elemente der Norm in direktem Zusammenhang mit den Merkmalen der Anpassung an die Umwelt stehen.

5. Den züchterischen Fortschritt für alle verfügbar machen
Im Gegensatz zu maximalem Gewinnstreben möchten Zuchtorganisationen durch einen rentablen Verkauf von hochwertigen Zuchttieren auf einem kleinen potenziellen Markt den züchterischen Fortschritt allen zur Verfügung stellen. Schaffung und Verteilung (Bewertungsstation für junge Züchter, gemeinschaftliche Organisation des Verkaufs männlicher und weiblicher Zuchttiere usw.) auf der Grundlage von Bündelungskosten und öffentlicher Unterstützung.

6. Landwirtschaftsfachliche und gebietsspezifische Erwartungen berücksichtigen
Aufgrund seiner Auswirkungen auf das Produkt muss die Selektion die Lebensmittelsicherheit, Hygiene, aber auch die Rückverfolgbarkeit, Identität und organoleptische Qualität berücksichtigen, die Anforderungen der offiziellen Qualitätszeichen sind. Ebenso muss bei der Auswahl sorgfältig darauf geachtet werden, Zuchtpraktiken zu bewahren oder sogar zu fördern, die die Umwelt, die Landnutzungsplanung und die gesellschaftlichen Erwartungen berücksichtigen.

7. Kooperation unter Berücksichtigung der ursprünglichen Herkunft jeder Rasse
Ähnliche Zwänge und Ziele bezüglich der Rassen haben zu einer Zusammenarbeit geführt, die Gedanken, Vorgehensweisen und in einigen Fällen Ressourcen zu bündeln. Die CORAM zielt darauf ab, ihre Mitglieder zu stärken, indem folgende Aufgaben in ihrem Namen durchgeführt werden:
- Die Rassen stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
- Werbung für die Verbindung Rasse / Produkt / Berggebiet
- Lokale Bergrassen stärker zum Gegenstand von Forschung und Entwicklung machen.
Das vorrangige Ziel dieses Ansatzes bleibt die Entwicklung jeder Rasse in ihrem ursprünglichen Herkunftsgebiet.

(Info: Naturpark Südschwarzwald)


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