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Breisgau-Hochschwarzwald - Eichstetten

8. Sep 2025 - 16:55 Uhr

Sechste Öko-Aktionswochen in Eichstetten von Staatssekretärin Sabine Kurtz eröffnet - Gastgeber der Eröffnungsveranstaltung war Bio-Vorreiter Rinklin Naturkost

Sechste Öko-Aktionswochen in Eichstetten bei Rinklin Naturkost von Staatssekretärin Sabine Kurtz eröffnet.

Staatssekretärin Sabine Kurtz.
Sechste Öko-Aktionswochen in Eichstetten bei Rinklin Naturkost von Staatssekretärin Sabine Kurtz eröffnet.

Staatssekretärin Sabine Kurtz.
Die sechsten Öko-Aktionswochen des Landes Baden-Württemberg finden in der Zeit vom 8. September bis zum 26. Oktober 2025 statt.
Im Rahmen von über 140 Veranstaltungen laden Hoffeste, Rundgänge, Wanderungen, Kochkurse, Radtouren und viele weitere Events dazu ein, den Ökolandbau und die Menschen hinter den regionalen Bio-Produkten kennenzulernen.
Beim Bio-Großhändler Rinklin Naturkost in Eichstetten fand am heutigen Montagmittag die Eröffnungsveranstaltung statt. Dort eröffnete Staatssekretärin Sabine Kurtz die Öko-Aktionswochen 2025 offiziell.

„Dem Großhandel kommt bei der Versorgung des Einzelhandels und der Großküchen mit regionaler Bio-Ware eine Schlüsselrolle in der Wertschöpfungskette zu“, erklärte Staatssekretärin Sabine Kurtz in ihrem Redebeitrag.
Zuvor hatte Firmenmitinhaber Harald Rinklin den Betrieb bei einem kurzen Rundgang vorgestellt. Der Bio-Großhändler ist seit 50 Jahren am Markt und gehört zu den Pionierunternehmen der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Baden-Württemberg.

„Ihre Familien- und Firmengeschichte ist mit den Anfängen des Ökolandbaus in unserem Land eng verbunden. Auf dem Fundament ihrer Firmengeschichte und der von Beginn an gelebten Werte stellt sich die Familie Rinklin den aktuellen Herausforderungen der Bio- und Lebensmittelbranche immer wieder erfolgreich aufs Neue“, gratulierte Staatssekretärin Sabine Kurtz zum 50-jährigen Betriebsjubiläum.

Bio-Großhändler versorgen die Naturkostläden, Supermärkte, Marktstände und Profiküchen zuverlässig mit einem umfassenden Bio-Sortiment. „Daher sind Unternehmen wie Rinklin Naturkost, die sich aus Überzeugung und mit langjähriger Kompetenz für den regionalen Ökolandbau einsetzen, wichtig für die weitere Entwicklung des Ökolandbaus“, betonte Staatssekretärin Sabine Kurtz. „Die Familie Rinklin und ihr Team sind seit Jahrzehnten tragende Säule für den Ökolandbau in
Baden-Württemberg. Hier wurde bereits früh erkannt, dass zum Ausbau der ökologischen Landwirtschaft neben mutigen Bäuerinnen und Bauern auch eine spezifische Verarbeitung und Vermarktung erforderlich sind. Rinklin Naturkost bleibt dran und zeigt, wie die Vernetzung von Erzeugung und Verarbeitung, von Handel und Verbraucherinnen und Verbraucher gelingen kann.“

„Bei den Öko-Aktionswochen zeigen die regionalen Bio-Betriebe aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Handel ihr Engagement und Können“, erklärte Staatssekretärin Sabine Kurtz und ergänzte: „Die Menschen im Land können bei den vielen Veranstaltungen der Öko-Aktionswochen direkt vor Ort erfahren, was regionale Bio-Produkte so wertvoll und besonders macht und wie sie hergestellt werden. Die persönlichen Begegnungen mit den Erzeugerinnen und Erzeugern schaffen Vertrauen und begeistern für die Produkte unserer heimischen, regionalen Bio-Landwirtschaft.“
„Wir möchten, dass die wieder steigende Nachfrage nach Bio-Produkten mit in Baden-Württemberg erzeugten und verarbeiteten Rohstoffen bedient wird und richten unseren Aktionsplan ‚Bio aus Baden-Württemberg‘ auf dieses Ziel aus“, betonte Staatssekretärin Sabine Kurtz. Die Öko-Aktionswochen sind Teil dieses Aktionsplans, ebenso wie Maßnahmen zur Förderung des Biozeichens Baden-Württemberg, mit dem Verbraucherinnen und Verbraucher Qualität und Regionalität auf einen Blick erkennen können.

Gastgeber Harald Rinklin, der den Betrieb mit seinen Brüdern Armin und Jochen führt, erklärte: „Die Pioniere des Bioanbaus in Eichstetten nach dem Krieg waren nicht verrückt, sondern mutig. Heute ist Bio ein Milliardenmarkt.“
Trotzdem sei heute nur jeder 20. gekaufte Lebensmittelartikel Bio. Das sei zu wenig, so der Unternehmer. „Wir behandeln unseren Planeten immer noch schlecht und es gilt, die Ressourcen für die nachfolgenden Generationen zu erhalten!“, rief Rinklin. Dabei biete der biologische Landbau Lösungsansätze, um die Situation zu verbessern.
„Unser Ziel ist es, mitzuhelfen, den Planeten zukunftsfähig zu machen!“ nannte Rinklin seine Motivation.
Man brauche die Discounter, den Lebensmitteleinzelhandel und die Selbstvermarkter, müsse aber dafür sorgen, dass alle drei Säulen handlungsfähig blieben.
Die Politik bat Rinklin, dafür zu sorgen, dass die großen vier Discounter nicht zuviel Marktmacht bekämen. „Stärken Sie bitte die Selbstvermarkter. Sie sind für eine ausgeglichene Landschaft notwendig!“, bat Rinklin.

Bürgermeister Michael Bruder stellte die Gemeinde kurz vor. Eichstetten beherberge 3.800 Einwohner, davon rund 1.000 sozialversicherte Angestellte. Man sei aufgrund der hohe Dichte von Glasfaseranschlüssen erst kürzlich zur „Kommune@BW“ ausgezeichnet worden. Die Gemeinde sei bei den Stromtrassen so etwas wie das Frankfurter Kreuz bei den Autobahnen und es gebe wenige Gemeinden mit der Größe der Kaiserstuhlgemeinde, die über einen Bio-Supermarkt verfügten. Die Gemeinde sei außerdem schuldenfrei.
In Eichstetten betreibe man seit 70 Jahren biologischen Landbau und von den zwölf Weinbaubetrieben produzierten fünf biologisch.

Marcus Arzt von der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau betonte ebenfalls die Wichtigkeit des Gleichgewichts zwischen Discountern, Lebensmitteleinzelhandel und den Selbstvermarktern. „Nur wenn alle Glieder gleichstark sind, ist die Kette stabil“, zog Arzt einen bildlichen Vergleich. Zudem müsse man die gesamte Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Vertrieb im Auge behalten. Dabei sehe man sich im Verband auf einem guten Weg.

Im Anschluss an die Redebeiträge diskutierten die Redner zusammen mit Johanna Leister von der Bio-Musterregion Freiburg über die angesprochenen Punkte.

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