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Kreis Emmendingen - Emmendingen

20. Feb 2023 - 20:06 Uhr

Rosenmontags-Premiere in Emmendingen: "Kei Bock!" - Zurück zu den Wurzeln! - 150 Männer hatten Bock auf „Kei Bock“ - Stehende Ovationen zum Schluss: "So ein Tag,..."

150 Männer hatten in Emmendingen Bock auf „Kei Bock“

Foto: Jens Glade / REGIOTRENDS lokal: "EM-extra"
150 Männer hatten in Emmendingen Bock auf „Kei Bock“

Foto: Jens Glade / REGIOTRENDS lokal: "EM-extra"
(jg) So hat es einmal angefangen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts trafen sich Emmendingens Männer am Rosenmontag in der Wirtschaft, um sich beim zünftigen Frühschoppen Witze zu erzählen. Daraus entstand später der Bockfrühschoppen, der zuletzt 2020 zum 130. Mal gefeiert wurde.
Für 2023 zeigte sich die Emmendinger Fasnachts-Gesellschaft als Veranstalter aufgrund der unsicheren Corona-Lage bei Beginn der Planungen zum Bedauern der närrischen Emmendinger Männer außer Stande, einen Bockfrühschoppen auf die Beine zu stellen und so drohte ein weiteres Jahr ohne das traditionelle Männertreffen am Rosenmontag.

Vor drei Wochen nun entstand Insidern zufolge spontan die Idee, mit einer „Kei Bock“ genannten Veranstaltung genau das zu verhindern.
So trafen sich heute Vormittag um 11:11 Uhr 150 Männer im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius zu einem närrischen Frühschoppen.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Herbert Rochlitz übernahm EFG-Präsident Gerhard Bürklin die Moderation der Veranstaltung.
Ralf Steiger stimmte die feierwütigen Männer mit „Hände zum Himmel“ auf das Kommende ein und schon zu diesem frühen Zeitpunkt war klar: Dieses Publikum ist begeisterungsfähig.

Willi Klingberg von den Ämmedinger Bäägle Hexe war für den Prolog zuständig und räumte schon mit den ersten Reimen das erste „Ui U iUi“ ab. Er blickte auf die Pandemie und den Beginn des Ukraine-Krieg zurück und auf die Tatsache, dass durch den Krieg der Klimawandel plötzlich aus dem Blickfeld geriet. Klingberg kritisierte Putins Angriffskrieg genauso wie die Rüstungsindustrie, die durch Waffenlieferungen Profit macht.
Die Fernsehserien wie das Dschungelcamp bekamen genauso ihr Fett weg, wie „..das Wiebergeleier, mein Schatzi, mein Liebling, geht mir auf die Eier!“
Klingberg schloss versöhnend: „..ich tu hier und heute kund, frei sei der Mann zu dieser Stund. Un au die Fraue werde g’mocht, jetzt wär des au noch unterbrocht.“

Die Tradition der Drehorgel ließen Herbert Rochlitz, Ralf Steiger und Clemens Kunzweiler, musikalisch begleitet von Gerhard Bürklin wieder aufleben.
In ihren Versen nahmen sie die Stadt aufs Korn, die zwar froh über die Fasnet sei, aber Veranstaltungen mit zu hohen Hallenmieten verhindern würde.
Auch die Frauen waren Thema. „Heute sind die Frauen zuhaus‘, im nächsten Jahr können sie shoppen im Kaufhaus Krauss" orakelten die Drei.

Clemens Kunzweiler erntete mit seiner Bütte Begeisterungsstürme. Am Anfang gedachte er den Opfern in Teningen. Dort sei zwar nichts passiert, aber die müssten dort schließlich wohnen.
Dann nahm er Elferratskollegen Ralf Steiger ins Visier. Der habe beim Seniorenball vor drei Jahren angekündigt: „Wer nicht mitschunkelt, muss mit mir schlafen!“, Angeblich säßen immer noch Leute in der Boehle-Halle und schunkelten.
Auch er schoss eine Spitze gegen die Stadt nachdem die Zusagen für Fasnachtsveranstaltungen in städtischen Hallen wieder zurückgenommen hätten. „Ich hatte schon Angst, dass der Umzug gestern wegen Einsturzgefahr des Stadttors kurzfristig abgesagt wird“, so der Büttenredner. Auch Kanzler Scholz ("Bis ich meinen Rausch ausgeschlafen habe, hat der dreimal die Zeitenwende erklärt!"), die Teninger ("Vorsicht mit Witzen über Teningen. Nicht dass die noch einen Spionageballon schicken!") und das Gendern ("Du kannst heute Frau, morgen Mann und übermorgen Currywurst sein. Aber wenn du an Fasnacht Indianer sein willst, ist das politisch nicht korrekt!") waren Thema.

Die Grünen, so Kunzwieler, würden übermorgen zum politischen Aschermittwoch gehen. Wenn die AfD das machen würde, sei dies eher der politische Arsch am Mittwoch.

Auch die Bundespolitik ließ er nicht aus. „Die Bundeswehr steht da, als ob Schalke 04 den Verteidigungsfall vorbereitet“, stellte Kunzweiler fest.

Pfarrer Herbert Rochlitz erlebte einen besonders emotionalen Moment als die 150 Männer im Saal sein Engagement für die Fasnet würdigten und ihm mit lautstark „Herbert wir danken Dir“ dankten.

Als Bänkelsänger ging der Geehrte dann auf die Themen in der Stadt ein. Die EFG ("Null Bock auf Bockfrühschoppen!"), die kurzfristige Genehmigung der Fastnachtsumzüge im letzten Jahr durch die Landesregierung ("Wer hat denen ins Hirn gesch…") und das schlechte Abschneiden der Fußball-Nationalmannschaft seit dem Besuch von Teningens Bürgermeister Hagenacker bei den letzten Turnieren waren Themen seiner Strophen.
Oberbürgermeister Stefan Schlatterer fungierte beim Rochlitz-Vortrag übrigens als Getränkebringer („In Oberbürgermeister steckt der Ober ja mit drin!“).

Im weiteren Programm berichtete dann Willi Klingberg noch von einem Tag aus dem Leben eines Reha-Patienten.

Finale

(rl) Und als dann Gerhard Bürklin nach der "Rauch- und Trinkpause" im Freien als Bott zum finalen Auftritt rief, sollte ein denkwürdiger Abschluss folgen.
Zunächst eingeleitet vom inbrünstig gemeinsam gesungenen Badnerlied folgten dann 15 Minuten reine Männersache ("Zitate nur bei Besuchern zu erfragen!) - grandios gefeiert mit drei Zugaben und stehenden Ovationen ("Einer geht noch...", " Gerhard wir danken dir...", "Ohne Gerhard wäre hier nichts los...") und abschließend spontan "So ein Tag, so wunderschön..."!

Dieses vom Publikum inszenierte Finale spiegelte die Stimmung dieser ur-fastnächtlichen Runde, die sicher nicht einmalig bleiben wird.

Dickes Lob kam dann spontan von Dieter Rees, der es sich nicht nehmen ließ, den Akteuren zu danken und die großartigen Beiträge nochmals in Erinnerung rief. Ein durchweg begeisterter Pfarrer Herbert Rochlitz beendete den offiziellen Teil kurz nach 15.30 Uhr, was jedoch noch lange nicht das Ende dieser gelungenen Männersitzung war!

Musikalisch umrahmt wurde das Ganze von der Guggemusik „Erscht emol Gugge“, die die Männer anfangs in Stimmung brachte und für Hunger und Durst war das "weibliche Personal" zuständig - natürlich VOR dem Saaleingang!

***

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