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6. Mai 2026 - 13:16 Uhr

Gemeinsam aktiv für Artenvielfalt in der Regio - Saisonstart für Einsätze gegen invasive Pflanzen im Südschwarzwald

Gemeinsam aktiv für Artenvielfalt in der Regio.
Gemeinsam anpacken gegen invasive Neophyten.

Foto: Naturpark Südschwarzwald e.V. - Tilman Baum
Gemeinsam aktiv für Artenvielfalt in der Regio.
Gemeinsam anpacken gegen invasive Neophyten.

Foto: Naturpark Südschwarzwald e.V. - Tilman Baum
Wer im Sommer durch den Schwarzwald wandert, sieht sie fast überall: Pflanzen mit auffälligen Blüten wie das Drüsige Springkraut oder die Vielblättrige Lupine. Was schön aussieht, ist oft ein Problem für die Natur – denn viele dieser Arten sind sogenannte invasive Neophyten und verdrängen heimische Pflanzen.

Ehrenamtlicher Einsatz für den Naturschutz:
Seit Jahren organisieren deswegen Freiwillige in einigen Gemeinden lokale Pflegeeinsätze, um die standorttypische Flora und die darauf spezialisierten Insekten vor den Folgen der invasiven Neophyten zu schützen. So hat beispielsweise die “Regionale Initiative für Artenvielfalt” im Feldberggebiet wertvolle Lebensräume geschützt und aufgewertet, indem sie dichte Bestände des Drüsigen Springkrauts nachhaltig entfernt und Neubesiedlung verhindert hat.

„Diese Arbeit ist enorm wichtig, kann aber von öffentlicher Seite oft nicht ausreichend durchgeführt werden. Freiwillige Helfer*innen machen diesen Erfolg erst möglich” erklärt Dagmar Schäfer, eine der Organisatorinnen. Die Einsätze sind niederschwellig: Vorkenntnisse sind nicht nötig, jede helfende Hand macht einen entscheidenden Unterschied. Neben dem praktischen Naturschutz bieten sich auch Gelegenheit zum Austausch und zum Kennenlernen der heimischen Landschaft.

„Wir sind sehr dankbar für diesen unerlässlichen Beitrag der ehrenamtlich tätigen Gruppen, denn wir stehen in mancher Hinsicht mit dem Rücken zur Wand. Invasive Neophyten verursachen enorme ökologische Schäden. Ohne die Mithilfe von Freiwilligen ist diese Aufgabe kaum zu stemmen” sagt Judith Streiling vom Landschaftserhaltungsverband (LEV) Breisgau-Hochschwarzwald.

Insbesondere beim Staudenknöterich sollten Gemeinden und Bauhöfe tätig werden – in ihrem eigenen Interesse. Denn dieser kann erhebliche Schäden an Bauwerken wie Gebäuden, Brücken und Stützmauern an Fließgewässern verursachen.

Zusammenarbeit im Arbeitskreis Neophyten:
Um die verschiedenen Aktivitäten besser zu vernetzen, haben sich im Jahr 2024 mehrere Institutionen zu dem Arbeitskreis Neophyten zusammengeschlossen. Daran beteiligt sind bislang die Regionale Initiative für Artenvielfalt, die landkreisweit organisierten Landschaftserhaltungsverbände, Naturpark Südschwarzwald, Schwarzwaldverein, NABU und BUND sowie Naturschutzbehörden und das Biosphärengebiet Schwarzwald. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure miteinander zu vernetzen, bürgerschaftliches Engagement zu stärken, Wissen zu vermitteln und dadurch zu einer größeren Wirkung in der Fläche zu gelangen. „Invasive Arten sind eine der häufigsten Ursachen für den Verlust biologischer Vielfalt. Für wirksamen Naturschutz braucht es daher die enge Zusammenarbeit von Behörden, Kommunen und Ehrenamtlichen", ist entsprechend im kürzlich gemeinschaftlich herausgebrachten Flyer zu lesen.

Jetzt mit anpacken!
Informationen und Möglichkeiten für eine Beteiligung bietet die Projektseite „Invasive Neophyten im Südschwarzwald“ des Naturparks Südschwarzwald. Dort finden Interessenten über eine interaktive Karte den Kontakt zu ehrenamtlichen Gruppen vor Ort. Auch das Vernetzen von Wissen und Erfahrungen kann in Zukunft so erleichtert werden.

„Jetzt im Frühsommer ist der richtige Zeitpunkt, um aktiv zu werden“, so die Organisatoren. Viele Arten lassen sich besonders effektiv vor Blüte und Samenbildung kontrollieren.

Der Appell zum Saisonstart ist klar: Mitmachen statt zuschauen – für den Erhalt der biologischen Vielfalt im Südschwarzwald.

Infobox:

Was sind invasive Neophyten?:
Als Neophyten bezeichnet man Pflanzen, die nach dem Jahr 1492 durch den Menschen in neue Gebiete eingeführt wurden. „Invasiv“ werden sie dann genannt, wenn sie sich stark ausbreiten, heimische Arten verdrängen und Ökosysteme verändern und schädigen.

(Presseinfo: Naturpark Südschwarzwald e.V., 06.05.2026)

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