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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

15. Mai 2026 - 13:21 Uhr

19. Mai 2026: Warnstreik an der Uniklinik Freiburg - Beschäftigte kämpfen für mehr Lohn und eine sichere Gesundheitsversorgung


ver.di ruft die Beschäftigten der Uniklinik Freiburg am Dienstag, den 19. Mai, zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 26.000 Beschäftigten der vier baden-württembergischen Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm.

Mit dem Warnstreik wollen die Beschäftigten ein deutliches Zeichen setzen: Für gute medizinische Versorgung braucht es gute Arbeitsbedingungen, ausreichend Personal und faire Bezahlung. Die Versorgung der Patient:innen wird während des Streiks über bestehende Notdienstvereinbarungen sichergestellt.

Die erste Verhandlungsrunde Anfang Mai verlief ohne Angebot der Arbeitgeber. Stattdessen verwiesen diese auf die finanziellen Belastungen durch die geplante GKV-Reform des Bundes. Für ver.di ist jedoch klar: Die schwierige finanzielle Lage darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.

Gerade die Situation an der Uniklinik Freiburg zeigt nach Auffassung der Gewerkschaft deutlich, wie angespannt die Lage inzwischen ist. Viele Beschäftigte arbeiten seit Jahren unter enormem Druck. Hohe Arbeitsverdichtung, Personalmangel, ständige Überlastung, kurzfristige Dienstplanänderungen und zunehmende psychische Belastungen prägen den Alltag vieler Kolleg:innen in Pflege, Therapie, Technik, Verwaltung und Servicebereichen.

Hinzu kommt die große Unsicherheit durch die angekündigten Sparmaßnahmen und den geplanten Abbau von rund 350 Vollzeitstellen am Standort Freiburg. Für viele Beschäftigte ist dies ein fatales Signal in einer Situation, in der bereits heute zahlreiche Bereiche dauerhaft an der Belastungsgrenze arbeiten.

Franziska Pfab, Gewerkschaftssekretärin von ver.di Südbaden Schwarzwald, betont:
„Die Kolleg:innen an der Uniklinik Freiburg leisten tagtäglich Herausragendes. Viele arbeiten seit Jahren unter Bedingungen, die dauerhaft krank machen können. Dienste werden ständig umgestellt, freie Tage fallen aus, Pausen können oft nicht eingehalten werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen immer weiter. Wenn Politik und Arbeitgeber jetzt nur noch über Einsparungen sprechen, gefährdet das nicht nur die Beschäftigten, sondern langfristig auch die Qualität der Versorgung.“

Die von der Bundesregierung geplante GKV-Reform verschärft die Sorgen vieler Beschäftigter zusätzlich. Besonders kritisch sieht ver.di die geplante Einschränkung bei der vollständigen Refinanzierung von Tarifsteigerungen und Pflegekosten. Aus Sicht der Gewerkschaft droht dadurch zusätzlicher wirtschaftlicher Druck auf die Kliniken – mit unmittelbaren Folgen für Personal und Versorgung.

Michael Herbstritt, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Südbaden Schwarzwald, sagt deutlich:
„Gerade jetzt wäre ein klares Signal der Unterstützung für die Beschäftigten notwendig. Stattdessen erleben viele Kolleg:innen an der Uniklinik Freiburg Unsicherheit, Sparankündigungen und immer höhere Belastung. Wir sagen deutlich: Die Forderungen der Beschäftigten sind nicht überzogen, sondern absolut notwendig. Wer Fachkräfte halten und neue gewinnen will, muss endlich in gute Arbeitsbedingungen investieren. Ohne die Beschäftigten gibt es keine stabile Gesundheitsversorgung.“

Die Forderungen von ver.di basieren auf einer landesweiten Beschäftigtenbefragung mit mehr als 3.000 Teilnehmer. Gefordert werden:
- 7,5 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 320 Euro mehr pro Monat
- 250 Euro mehr monatlich für Auszubildende und Praktikant
- ein Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets für Auszubildende
- sowie Perspektiven für bessere Eingruppierungen einzelner Berufsgruppen

(Presseinfo: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft, Bezirk Südbaden Schwarzwald, 15.05.2026)

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