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Ortenaukreis - Ortenaukreis

23. Nov 2021 - 15:46 Uhr

25. November: Ortenaukreis zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen - Teilnahme an der weltweiten Aktion der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“

25. November: Ortenaukreis zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen - Teilnahme an der weltweiten Aktion der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“.
Von links: Pascale Simon-Studer (Gleichstellungsbeauftragte des Ortenaukreises), Sozialdezernent Heiko Faller und Landrat Frank Scherer hissen vor dem Landratsamt die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“.

Foto: Landratsamt Ortenaukreis
25. November: Ortenaukreis zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen - Teilnahme an der weltweiten Aktion der Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“.
Von links: Pascale Simon-Studer (Gleichstellungsbeauftragte des Ortenaukreises), Sozialdezernent Heiko Faller und Landrat Frank Scherer hissen vor dem Landratsamt die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“.

Foto: Landratsamt Ortenaukreis


Die Menschenrechtsorganisation „Terre des Femmes“, die für Frauenrechte kämpft, ruft am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen jedes Jahr am 25. November dazu auf, Frauen und Mädchen überall auf der Welt vor Gewalt zu schützen.

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Ortenaukreis an der weltweiten Aktion. Seit dem heutigen Dienstagvormittag weht vor dem Landratsamt in Offenburg die weithin sichtbare blaue Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“. Landrat Frank Scherer, Sozialdezernent Heiko Faller und die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Pascale Simon-Studer haben sie am Vormittag gehisst. „Gewalt gegen Frauen kommt immer noch viel zu oft vor, auch hier bei uns in Deutschland. Deshalb ist es wichtig, dagegen Flagge zu zeigen und Gewalt gegen Frauen öffentlich zu thematisieren. Nur wer hinsieht, kann handeln“, sagt Scherer.

Für Pascale Simon-Studer ist „geschlechtsspezifische Gewalt eine Form der Menschenrechtsverletzung und eine Form der Diskriminierung, die eine Gleichstellung zwischen den Geschlechtern verhindert“. Die Fahnenaktion vor dem Landratsamt solle dazu beitragen, die Öffentlichkeit wachzurütteln und auf dieses große gesellschaftliche Problem hinweisen. Denn: „Häusliche Gewalt gegen Frauen kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor und ist nie eine Privatangelegenheit, wird jedoch in der Gesellschaft nicht genug thematisiert“, so Simon-Studer. „Die Corona-Krise mit ihren Unsicherheiten und Einschränkungen im Alltag hat viele Familien und Partnerschaften zusätzlich vor große Herausforderungen gestellt und so das Risiko für häusliche Gewalt erhöht. Unser Einsatz ist deshalb wichtiger denn je!“, so die Gleichstellungsbeauftragte.

„Mit viel Engagement bekämpft der Landkreis nachhaltig Gewalt an Frauen und schützt bedrohte Frauen und Kinder, nicht zuletzt durch die im Kreishaushalt hierfür bereitgestellten Mittel“, erklärt Sozialdezernent Heiko Faller. „Aktuell stellt der Ortenaukreis rund 90.000 Euro für die wichtige Arbeit der Beratungsstelle gegen Häusliche Gewalt und der Opferberatung zur Verfügung. Geld, das insbesondere die Arbeit des Vereins „Frauen helfen Frauen“ unterstützt. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ spiele laut Faller als Träger des Frauenhauses Offenburg und der Fachberatungsstelle Häusliche Gewalt im Ortenaukreis eine wesentliche Rolle bei der Beratung, Unterstützung und dem Schutz von Frauen, die häusliche Gewalt erleben mussten. Auch die Erziehungsberatungsstellen im Ortenaukreis sowie Fachberatungsstellen wie der Verein Aufschrei seien Ansprechpartner und kooperierten eng mit dem Verein. „Der Ortenaukreis finanziert außerdem mit rund 900.000 Euro pro Jahr bis zu zwanzig Plätze für schutzbedürftige Frauen und bis zu dreißig Plätze für deren Kinder im Frauenhaus Offenburg“, so der Dezernent.

„Viel zu oft wird das Thema Kinder und häusliche Gewalt noch totgeschwiegen, so dass Kindern und Eltern der Weg zu Unterstützung aus Angst, Scham und Unwissenheit versperrt bleibt“, so Ullrich Böttinger, Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste im Ortenaukreis. Im Landratsamt habe es deshalb bereits sehr gut besuchte Fachtage zum Thema gegeben, organisiert vom Arbeitskreis „Opferberatung im Ortenaukreis“, den Böttinger leitet. „Wir arbeiten eng mit der „Arbeitsgemeinschaft Häusliche Gewalt Offenburg“ und dem Verein „Frauen helfen Frauen“ zusammen, um Kinder in Fällen häuslicher Gewalt zu unterstützen, aber auch durch Vorsorgemaßnahmen zu verhindern, dass es zu häuslicher Gewalt kommt“, so Böttinger.

„Für Frauen in Not sind darüber hinaus Angebote wie das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben enorm wichtig“, sagt Simon-Studer. In einer Telefon- oder Online-Beratung helfen um die 80 qualifizierte Beraterinnen von Gewalt betroffenen Frauen, Personen aus deren sozialem Umfeld und Fachkräften - kostenlos, anonym und vertraulich, in 17 Fremdsprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache: Tel: 08000 116 016 oder www.hilfetelefon.de.

Hintergrundinformation:
Auf internationaler Ebene kämpft die Istanbul-Konvention dafür, dass Frauen besser vor Gewalt geschützt werden. Am 1. Februar 2018 trat sie in Deutschland in Kraft und zusammen mit 33 weiteren Mitgliedsstaaten des Europarats, die diese Konvention auch ratifiziert haben, verpflichtet sich die Bundesrepublik Deutschland auf allen staatlichen Ebenen alles dafür zu tun, dass Gewalt gegen Frauen bekämpft, Betroffenen Schutz und Unterstützung geboten und Gewalt verhindert wird.


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