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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

1. Jan 2019 - 10:29 Uhr
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Keine „Selbstverinselung“ - Stadtdekan Markus Engelhardt bei seiner Predigt am Altjahrsabend (31. Dezember) in der Christuskirche in Freiburg

Am letzten Tag des Jahres 2018 bringe ein Satz bringe das aktuelle Zeitgefühl auf den Punkt, obwohl man diesen Satz gar nicht mehr hören mag: „Am Jahresende geht es um eine Welt, die aus den Fugen geraten ist“. Dies sagte Stadtdekan Markus Engelhardt bei seiner Predigt am Altjahrsabend, 31. Dezember in der Christuskirche. Die sogenannte bipolare Weltordnung, die im Ost-West-Konflikt des vergangenen Jahrhunderts „inmitten der Ängste damals, doch auch eine Art Verlässlichkeit hatte“ sei erloschen. Stattdessen habe sich „eine einzige große, diffuse Unübersichtlichkeit ausgebreitet.“ In dieser komplexen Gemengelage schlage „die Stunde der großen Vereinfacher und flotten Erklärer“ sagte Engelhardt. „Wir erleben zurzeit ja eine Selbstverinselung der Staaten, einen überwunden geglaubten Nationalismus, der sein Heil im Abbruch von Außenbeziehungen, von mühsamen Vermittlungsprozessen sieht. Raus aus dem Komplexen, hin zu einem vermeintlich einheitlichen Wir der Nation, der Herkunft und Kultur. Im wortwörtlichen Sinn erleben wir diesen Willen zur Verinselung gerade beim Brexit-Chaos.“

Diese „Versuchung der Verinselung“ betreffe auch die Stadt, so Engelhardt. „Ich habe schon die Sorge, dass bei der Kontroverse über die Frage „Soll Dietenbach kommen oder nicht?“ sich unterschwellig auch so eine Stimmung „Freiburg den Freiburgern“ breit macht.“

Trost bezieht der Theologe aus dem „spröden Predigttext“ aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 51, Verse 4 bis 6). Der habe auch etwas „Wohltuendes und Heilsames. „Er sagt uns: Auch der größte Fisch ist und bleibt nichts als ein Fisch. Und wer heute in der Sehnsucht nach dem starken Arm auf dicke Arme macht, ist und bleibt eben doch eine der Mücken, die morgen dahinsterben. Jeder steile Aufstieg erfährt irgendwann seinen Fall.“, erklärte Engelhardt in seiner Textauslegung.
Dem gegenüber bleibe sich Gott im „verworrenen Steigen und Fallen unserer Zeit“ selber treu. Die Geschichte von Stall von Bethlehem erinnere daran. Denn die beginne mit einem tiefen Fall, der aber am Ende ein Aufstieg wurde.

Die komplette Predigt ist bei www.evangelisch-in-freiburg.de nachzulesen.

(Info: Evangelische Kirche in Freiburg)


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