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7. Oct 2019 - 16:21 Uhr Nobelpreis für Physiologie oder Medizin - Christoph Lönarz von der Universität Freiburg erklärt Hintergründe der Forschung seines engen Kollegen Peter Ratcliffe.
Peter Ratcliffe. 

Foto: Nobel Media 2019/Illustration: Niklas Elmehed
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Nobelpreis für Physiologie oder Medizin - Christoph Lönarz von der Universität Freiburg erklärt Hintergründe der Forschung seines engen Kollegen Peter Ratcliffe

Sauerstoff ist die lebensnotwendige Grundlage: Drei Wissenschaftler, die sich damit auseinandersetzen, erhalten für ihre Forschung den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Der Brite Sir Peter Ratcliffe und zwei weitere Forschergruppen fanden vor knapp zwanzig Jahren heraus, wie sich Zellen anpassen, wenn die Sauerstoffversorgung variiert. Seit 1890 war bekannt, dass bei Sauerstoffmangel, wie zum Beispiel beim Bergsteigen, die Zahl der roten Blutkörperchen ansteigt, nun war hierfür auch eine mechanistische Erklärung gefunden. „Dieser Durchbruch ermöglichte auch ein tieferes Verständnis von Krebs, Anämie und Herzkrankheiten, und brachte Einblicke in neue sauerstoffabhängige Enzyme und das aktuelle Forschungsfeld der Epigenetik“, erklärt Prof. Dr. Christoph Lönarz, der seit 2017 am Institut für Pharmazeutische Wissenschaften der Universität Freiburg ist.

Lönarz hat von 2007 bis 2015 an der Universität Oxford/England gemeinsam mit Ratcliffe geforscht. „Er ist ein herausragender Wissenschaftler mit Weitblick, der sich nicht durch kurzlebige Trends ablenken lässt, und strategisch fächerübergreifende Forschergruppen zusammenbringt. Besonders beeindruckt hat mich stets, dass er als Mediziner ein besonderes Interesse für die molekularen Zusammenhänge und mechanistischen Details beibehalten hat. Obwohl es noch viele offene Fragen auf diesem Gebiet gibt, ist der Nobelpreis für diese drei Wissenschaftler hochverdient und zeitlich angebracht.“

Gemeinsam mit Ratcliffe hat Lönarz zunächst die molekularen Feinheiten herausgearbeitet, wie ein großes Protein durch ein einziges Sauerstoffatom die Genregulation einer Zelle fundamental ändern kann. Daraus resultierten zehn gemeinsame Publikationen und Patente sowie weitere Arbeiten zur Evolution dieses Sauerstoff-Sensors, zur Lippenspalte, zur Epigenetik, bis hin zu Antibiotikaresistenz. In Freiburg untersucht Lönarz den Effekt von Sauerstoff auf die Proteinsynthese, insbesondere, wie Sauerstoff die genetische Information auf dem Weg durch die Zelle ändert, und wie das pharmazeutisch genutzt werden kann.

(Presseinfo: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 07.10.2019)


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