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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

8. Oct 2019 - 16:07 Uhr Nobelpreis für Physik - Astrophysikerin Svetlana Berdyugina von der Universität Freiburg über die Bedeutung der Auszeichnung für ihren Kollegen Michel Mayor.
Position des nächsten bestätigten Exoplaneten, der bisher außerhalb unserers Sonnensystems gefunden wurde. 

Foto: NASA/JPL-Caltech/DSS
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Nobelpreis für Physik - Astrophysikerin Svetlana Berdyugina von der Universität Freiburg über die Bedeutung der Auszeichnung für ihren Kollegen Michel Mayor

Der Nobelpreis für Physik geht 2019 an die Astronomen James Peebles, Michel Mayor und Didier Queloz. Sie teilen sich die Auszeichnung für die Erforschung des Universums. Michel Mayor und Didier Queloz gelang Mitte der 1990er Jahre die Entdeckung des ersten Exoplaneten, der einen sonnenähnlichen Stern außerhalb unseres Sonnensystems umkreist. Die Astrophysikerin Prof. Dr. Svetlana Berdyugina hat von 2002 bis 2008 an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich/Schweiz als Professorin gearbeitet und dort Michel Mayor zum ersten Mal getroffen. „Er ist eine äußerst freundliche Person und ein Mann mit einer großartigen Vision und Ausdauer“, sagt die Direktorin des Leibniz-Instituts für Sonnenphysik und Professorin für Physik an der Universität Freiburg. „Er hat unser Denken und Leben verändert und uns die Hoffnung gegeben, dass wir im Universum nicht allein sind.“

Die bahnbrechende Entdeckung von Michel Mayor und Didier Queloz habe die Ansichten darüber, wie Planeten um Sterne gebildet werden und wie andere Planetensysteme sich von unserem eigenen Sonnensystem unterscheiden können, grundlegend verändert: „Der erste Exoplanet, den sie um einen normalen sonnenähnlichen Stern herum entdeckten, war inzwischen so groß wie der Jupiter, aber extrem nah am Stern, fast zehnmal näher als Merkur an der Sonne.“ Ihre auf hochpräziser Spektroskopie basierende Arbeit habe viele Astrophysikerinnen und Astrophysiker motiviert, ihren Schritten zu folgen und Hunderte von Exoplaneten zu entdecken. „Wir haben festgestellt, dass sich über unseren Köpfen mehr Planeten als Sterne befinden“, sagt Berdyugina. „Viele andere, komplementäre Techniken wurden entwickelt und mehr als 4.000 Exoplaneten wurden bisher entdeckt. Das Suchen nach außerirdischem Leben im vergangenen Jahrhundert war beinahe eine Science-Fiction. Jetzt, 25 Jahre nach der Entdeckung durch Michel Mayor und Didier Queloz, sind wir der Entdeckung eines erdähnlichen Planeten um einen sonnenähnlichen Stern und möglicherweise anderer Lebensformen im Universum sehr nahe.“

Svetlana Berdyugina forscht vor allem über kosmische Effekte, die Licht polarisieren – etwa Magnetfelder auf der Sonne und fernen Sternen sowie reflektiertes Licht von Exoplaneten und terrestrischen Lebensformen. Sie und ihr Team haben 2008 zum ersten Mal ein sichtbares Licht von einem Exoplaneten entdeckt.

(Presseinfo: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 08.10.2019)


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