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21. Oct 2019 - 17:44 Uhr Öffentliche grenzüberschreitende Eurodistrikt-Buslinie für 2020
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Öffentliche grenzüberschreitende Eurodistrikt-Buslinie für 2020 - Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau und Partner beschließen Kooperation zur Einführung einer öffentlichen Buslinie zwischen Erstein und Lahr ab Herbst 2020

Gute Nachrichten für den grenzüberschreitenden Verkehr im Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau: Im Rahmen eines Treffens der Steuerungsgruppe zum Eurodistrikt-Bus haben sich die politischen Vertreter des Eurodistrikts, der Région Grand Est, des Département du Bas-Rhin, des Gemeindeverbands Canton d’Erstein sowie des Ortenaukreises und der Stadt Lahr auf die Einrichtung einer öffentlichen, grenzüberschreitenden Buslinie zwischen Erstein und Lahr ab voraussichtlich September 2020 geeinigt.

Bereits Anfang Oktober hatten sich der Ortenaukreis und die Région Grand Est sowie das Département du Bas-Rhin und der Gemeindeverband Canton d’Erstein bereit erklärt, die Finanzierung der öffentlichen Linie zu übernehmen. Eine Umwandlung in eine durch das Land Baden-Württemberg geförderte Regiobuslinie war zuvor aufgrund der geforderten Vorgaben gescheitert.

Der seit April 2017 existierende Eurodistrikt-Bus, bisher für grenzüberschreitende Arbeitnehmer, soll somit ab Herbst kommenden Jahres für alle Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden und für eine Testphase von zwei Jahren sechsmal täglich auf seiner grenzüberschreitenden Strecke zwischen dem Bahnhof Erstein und dem Bahnhof Lahr hin- und herpendeln.

Roland Ries, Eurodistrikt-Präsident und Oberbürgermeister der Stadt Straßburg, begrüßte diesen besonderen Durchbruch zu einem öffentlichen grenzüberschreitenden Linienverkehr, für den sich der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau schon seit vielen Jahren engagiert: „Mit der Einrichtung einer öffentlichen Buslinie zwischen Erstein und Lahr wird erfolgreich ein wichtiger Schritt zur Steigerung und Erleichterung der grenzüberschreitenden Mobilität im Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau umgesetzt und ich danke allen unseren Partnern für ihr großes Engagement in diesem besonderen Projekt. Gemeinsam können wir so auf unserem Gebiet unserer Rolle als ‚Laborregion Europas‘ gerecht werden und eine ganz konkrete Antwort auf die Bedürfnisse unserer Mitbürger anbieten. Zugleich danke ich dem Team des Generalsekretariats, das sich unermüdlich dafür eingesetzt hat, den Erfolg dieser Initiative durch neue Formen grenzüberschreitender Zusammenarbeit sicherzustellen.

Erzielt werden konnte die Einigung Dank des Angebots der Région Grand Est, die Ausschreibung von sechs Fahrtenpaaren für die genannte Testphase in ihre Ausschreibung der Busverkehre zu integrieren. „Die grenzüberschreitende Mobilität ist ein essenzielles Thema für die Region Grand Est und ein wichtiger Bestandteil unserer strategischen Ausrichtung. In diesem Bereich treibende Kraft zu sein und die verschiedenen Hindernisse für die Einführung einer öffentlichen Buslinie zwischen Erstein und Lahr zu beseitigen, ist ein konkreter Ausdruck unseres Willens und unseres Engagements, das uns mit unseren deutschen Nachbarn verbindet. Unser Ziel ist, möglichst eng und nah an den Bedürfnissen der Bürger mit den französischen und deutschen Kommunalbehörden und dem Eurodistrikt zusammen zu arbeiten, um die Mobilität in einem zunehmend vernetzten europäischen Raum zu stärken“ erklärte der Präsident der Region Grand Est Jean Rottner.

Eurodistrikt-Vizepräsident Frank Scherer hatte bereits zuvor auf den besonderen Erfolg des Sonderlinienverkehrs Erstein-Lahr verwiesen und betonte mit Blick auf den deutsch-französischen Schulterschluss: „Ihr wirkliches Potenzial wird die grenzüberschreitende Busverbindung aber erst richtig entfalten können, wenn es kein geschlossener Sonderlinienverkehr mehr ist, sondern eine öffentliche Linie für Jedermann. Deshalb freue ich mich über das Kofinanzierungsangebot der Région Grand Est und habe mich bei ihrem Präsidenten Jean Rottner bereits persönlich für das Engagement bedankt. Wir haben beide das klare Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr in unserer Region weiter auszubauen, auch grenzüberschreitend.“

Auch Frédéric Bierry, Präsident des Conseil Départemental Bas-Rhin, unterstrich die grenzüberschreitende Bedeutung des Gemeinschaftsprojekts: „Diese grenzüberschreitende Buslinie zeugt auch von dem besonderen Engagement des Elsass und des Departements Bas-Rhin, einen 360° umfassenden grenzüberschreitenden Raum zu schaffen. Die Mobilität der Bewohner beider Rheinseiten zu erleichtern ist eine Notwendigkeit, wenn wir im Einklang mit dem Alltag unserer Mitbürger sein wollen. Daher ist es uns wichtig, unsere Mittel und Möglichkeiten zusammenzulegen, um gemeinsam ein konkretes, bürgernahes Europa zu schaffen. Mit dieser Partnerschaft stärken wir die besondere Position des Rheintals als Laborregion für eine neue Etappe in den deutsch-französischen Beziehungen und der europäischen Einigung.“

Mit Blick auf die lokale Ebene bekräftige Jean-Marc-Willer: „Als Bürgermeister von Erstein und Präsident des Gemeindeverbands Canton d’Erstein freue ich mich, dass der Eurodistrikt und seine Partner sich heute auf eine sehr konkrete Maßnahme zugunsten unseres grenzüberschreitenden Gebiets und aller unserer Mitbürger geeinigt haben. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Mobilität auf unserer lokalen Ebene und auch symbolisch eine schöne Brücke zu unseren Nachbarn – genauso wie wir sie auch mit unserem Vis-à-Vis Brückenprojekt zwischen Ottenheim und Gerstheim umsetzten wollen, von dem auch die Buslinie Erstein-Lahr profitieren könnte.“

Mit ihm überein stimmte sein Amtskollege, der Lahrer Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller: „Mit sechs Fahrtenpaaren pro Tag gelingt uns ein guter Einstieg in einen regulären grenzüberschreitenden ÖPNV in unserem Raum. Das ist ein schöner Erfolg, nicht zuletzt auch für den Eurodistrikt. Unser Ziel ist natürlich eine kontinuierliche weitere Steigerung. Der Bus ist sicher ein zusätzlicher Schub für die vom Zweckverband Vis-à-Vis geplante ´Umweltbrücke` zwischen Gerstheim und Ottenheim, die für Radfahrer, Fußgänger und eben auch für Linienbusse wesentliche Erleichterungen und Streckenersparnisse von rund zehn Kilometern bringen wird."

Die bis zur Einführung der öffentlichen Buslinie zu bearbeitenden Schritte, wie die Durchführung der Ausschreibung, die Verteilung von Finanzierung und Einnahmen sowie die Klärung technischer Fragen, sind bereits angelaufen.

(Info: Eurodistrikt Straßburg-Ortenau, 21.10.2019)

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