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Breisgau-Hochschwarzwald - Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

14. Feb 2020 - 13:18 Uhr
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Blöcke des Kernkraftwerkes Fessenheim werden abgeschaltet (22. Februar und 30. Juni) - "Fessenheim" war über Jahre zentrales Thema für Politik und Verwaltung im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Das älteste französische Kernkraftwerk an der Grenze zum Landkreis-Breisgau-Hochschwarzwald geht endgültig vom Netz. Am 22. Februar und am 30. Juni werden die beiden Blöcke des Kernkraftwerkes Fessenheim abgeschaltet. Ein Schritt, auf den auch Politik und Verwaltung im Landkreis seit Jahren begleitend hingewirkt haben. Seit 2005 ist der Landkreis offizielles Mitglied in der französischen Begleit- und Überwachungskommission des KKW, kurz CLIS, einer lokalen Institution, die es bei deutschen Kernkraftwerken nicht gibt.

Der Landkreis liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Fessenheim auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Ziel war es, Transparenz zu schaffen und Einfluss auf Fragen der Sicherheit zu nehmen, ganz im Sinne der Gemeinden im Landkreis, von denen Eschbach, Hartheim, Heitersheim und Neuenburg in einem Radius von zehn Kilometer zum Kernkraftwerk liegen.

Ein erster Erfolg war die Zusage, sämtliche Dokumente und Gutachten der Kommission in einer deutschen Fassung vorzulegen. Außerdem konnte die Kommission selbst Experten beauftragen, um Fragen der Sicherheit von neutraler Seite begutachten zu lassen.

Auf Anregung von Landrätin Dorothea Störr-Ritter wurde 2009 darüber hinaus unter der gemeinsamen Leitung mit dem damaligen Regierungspräsidenten Julian Würtenberger ein deutscher Begleitausschuss gegründet, indem die technischen Vorgänge des Kernkraftwerkes Fessenheim mit Experten des Umweltministeriums behandelt wurden.

„Es war keine Selbstverständlichkeit, dass uns damals die Türen geöffnet und wir zu den mehrmals jährlich stattfindenden Sitzungen der CLIS eingeladen wurden“, bilanziert Landrätin Dorothea Störr-Ritter rückblickend. Dies hätte trotz mancher Spannungen wegen des KKW Fessenheim zu den guten Beziehungen zwischen der badischen und elsässischen Seite im letzten Jahrzehnt beigetragen.

„Über die bevorstehende Schließung sind wir natürlich alle erleichtert. Jetzt gilt es die engen und guten Beziehungen zu nutzen, um den Zukunftsprozess für die Zeit nach der Schließung weiter voran zu bringen“, so Störr-Ritter weiter. Vor allem vor dem Hintergrund, dass dadurch rund 2000 Arbeitsplätze in und um Fessenheim verloren gingen. Für die Gründung einer deutsch-französischen Gesellschaft (SEM) zur Errichtung eines binationalen Gewerbeparks hat der Landkreis die Koordination für die deutschen Kommunen und die Wirtschaft übernommen, weitere Mitglieder sind unter anderem die Stadt Freiburg und die Landkreisgemeinden Breisach, Bad Krozingen, Hartheim und Vogtsburg.

Beteiligt ist der Landkreis auch an der geplanten Reaktivierung der Eisenbahnlinie Colmar-Freiburg. Ein weiteres Leuchtturmprojekt ist die Schaffung einer deutsch-französischen Berufsschule. Mit Partnern aus Politik, Schule und Wirtschaft soll hier erstmals ein integrierter deutsch-französischer Berufsabschluss im Bereich der Elektromobilität geschaffen werden. “Die bevorstehende Schließung des KKW Fessenheim hat eine vielleicht noch nie da gewesene Dynamik in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den französischen Freunden entwickelt, die viele Chancen beinhaltet“, konstatiert Landrätin Störr-Ritter mit Blick auf die Zukunftsaussichten und freut sich, dass der Landkreis mit seiner Stabstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit dabei eine zentrale Rolle spielen kann.


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