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Gesamte Regio - Waldkirch

12. Jun 2018 - 23:32 Uhr

Des „Torwächters Weib“ trifft am 15. Juni auf den Nachtwächter- In Waldkirch schallt es „Hört ihr Leut’ und lasst euch sagen“

Die ehrenamtlich wirkenden Gruppe um des Torwächters Weib
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Waldkirch (hbl). Die mittelalterliche Führung mit des „Torwächters Weib“ lebt auch von den Zeitgenossen, die ihr am Abend begegnen. Gegen Ende der etwa zweistündigen Tour macht das Weib mit Barett und Gewand Bekanntschaft mit dem Nachtwächter. Dieser kontrolliert das „gar seltsam fremde Volk“ und liefert zum Vergnügen der Gäste manches Wortgefecht mit des Torhüters Weib, das nächste Mal am Freitag, 15. Juni.

Die Führung mit des „Torwächters Weib“ durch das historische Waldkirch ist ein kurzweiliges und amüsantes Erlebnis. Das Geheimnis: Geschichte der mittelalterlichen Stadt dargeboten in schauspielerischer Form. Die Titelfigur ist die Frau des Torhüters vom Niedertor bei der „Krone“, gespielt von Barbara Kern. Ausgehend von der ehemaligen Klosteranlage, dem heutigen Stiftsbezirk beginnt sie ihre Zeitreise, die auf dem Kirchvorplatz mit der Gründung des Frauenklosters im Jahre 918 beginnt. Vor hier aus geht es in die „neue“ Stadt, zur alten Stadtmauer, entlang des Gewerbekanals zur einstigen Badeanstalt und anderen teilweise weniger bekannten aber bedeutenden Stellen. Im Laufe ihrer Führung trifft sie auf manche Überraschungsperson wie den Wächter von Küchlinsburg (Dirk Heß), den Reichsvizekanzler Balthasar Merklin (Thomas Kern), der 1508 zum Propst von Waldkirch ernannt wurde. Am Gewerbekanal demonstriert an einem großen Sandstein ein Edelsteinschleifer (Bernd Wintermantel) die große Kunst und die Blütezeit des Edelsteinschleifens. Schließlich kann Waldkirch auf eine fünfhundert Jahre (!) Geschichte der Edelsteinschleiferei zurückblicken, bedeutend mehr als der Orgelbau. Ein paar Meter weiter wartet der Bader von der einstigen öffentlichen Badeanstalt (Dirk Heß).


Mit Hellebarde und Laterne mustert er die Gäste
„Hört ihr Leut` und lasst euch sagen, die Uhr hat 10 Uhr geschlagen“. Mit tiefer Stimme kommt der Nachtwächter singend mit Hellebarde und Laterne in der Dämmerung die „Rebstockgasse“ herunter. Des Torwächters Weib ist ganz aufgeregt und versucht ihre Gäste zu beruhigen. Gestikulierend wendet sie sich dem großen Nachtwächter zu: „Gevatter Nachtwächter, so saget an, was treibet euch zu dieser frühen Stund’ auf die hintere Gass’, dass des Tages Licht noch leuchten mag und wohl kaum einer eurer Wacht bedarf. Oder hat euch euer Weib aus dem Hause getrieben?“ Zum Teil erschreckt, dann doch amüsiert lauschen die Füh-rungsteilnehmer dem lebhaften Wortgeplänkel zwischen des Torhüters Weib und dem Nachtwächter (Matthias Schmieder). Beide kommen so richtig in Fahrt. Der Nachtwächter kontert: „Ihr möget wohl eure Zunge zügeln, Weib mit losem Mundwerk! Der Bürgermeister selbst war es, den Stadtknecht nach mir zu schi-cken – es treibe gar seltsam fremdes Volk in unsere Städtchen sein Unwesen“. Mit seinem Horn will er gar einen zweiten Nachtwächter rufen. Doch letztendlich kann ihn des Torwächters Weib überzeugen, das sie nur ein „paar harmloser, ehrbarer, gar höchst angesehene Reisende“ mitgebracht habe, um „gar Manches aus dem Städtelein und unseren Zeiten zu erfahren“.

Hütet Eure Zunge, Weib mit losem Mundwerk
Das seltsam gewandete Volk lauscht ganz aufmerksam. Schon das äußere Erscheinungsbild des Nachtwächters ist beeindruckend. In der rechen Hand trägt er seine große, schwere Hellebarde und zu seiner Linken hält er eine Laterne, in der eine Kerze leuchtet. Das Aussehen ist stilecht, die Gewandung aus dem 15. Jahrhundert einschließlich der Schuhe ist nach historischen Grundlagen angefertigt. Um den historischen Gegebenheiten nachzukommen wurde für den Nachtwächter sehr hochwertige in England gewebte Wolle verwendet. Gefertigt wurde die weinrote und schwarze Kleidung mit Wams, Hose, Mantel und der Sändelbinde als Kopfbedeckung von Bettina Maake, der führenden mittelalterlichen Schneiderin aus Wiesbaden.

Normalerweise kontrolliere er jede Stunde die Stadt und singe seine Lieder. Doch für das seltsam gewandete Volk sei er extra gekommen, um es zu kontrollieren. Zur Besänftigung singt er zum Schluss ein weiteres Lied, ehe er dann die restliche historische Tour bis zum Ende auf den Marktplatz begleitet. Somit wird Geschichte lebendig und greifbar, durch die Auftritte der geschichtsträchtigen Personen mit Balthasar Merklin, dem Wächter von der Küchlinsburg, dem Edelsteinschleifer, dem Nachtwächter und zum Schluss dem Torwächter selbst erhält sie ein Gesicht. Dies ist ein Grund mehr, die nächste Führung am 15. Juni zu buchen.

Infos: Die Termine im Überblick: jeweils am Freitagabend (19.00 Uhr) am 15. Juni, 6. Juli, 14. September und 12. Oktober; Treffpunkt Kirchplatz 2. Unkostenbeitrag 7,--Euro; 4,-- Euro für Jugendliche bis 14 Jahre. www.stadt-waldkirch.de, Rubrik Stadtinfo und Tourismus. Anmeldung bei der Tourist-Information Waldkirch, Tel. 07681/19433 (touristinformation@stadt-waldkirch.de) ist erforderlich. Hubert Bleyer

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