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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

13. Jun 2018 - 15:19 Uhr

Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge am neuen Freiburger Rathaus im Stühlinger - Stadtverwaltung entwickelt Grünflächen für biologische Vielfalt - Regionale Saatgutmischung soll Lebensraum für viele Insektenarten schaffen

Im Laufe des Sommers wird es um das neue Rathaus summen und brummen. Denn Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge werden bald in einer blumenbunten Wiese um das neue Gebäude im Stühlinger fliegen und flattern. Möglich macht dies eine regionale Saatgutmischung, die eine artenreiche Blumenwiese entstehen lässt und künftig für zahlreiche Insektenarten aber auch Vogelarten, Lebensraum und Nahrung bieten soll.

Anlass für die Aussaat dieser Saatgutmischung ist das drastische Insektensterben. Die im letzten Jahr veröffentlichte Langzeitstudie des Entomologischen Vereins Krefeld stellte einen Rückgang von flugfähigen Insekten seit 1990 um über 76 Prozent fest. Das Insektensterben wirkt sich negativ auch für andere Tierarten, wie beispielsweise den Bestand der Vögel, und damit den Erhalt der Biodiversität insgesamt aus. Insekten sind aber auch für den Menschen enorm wichtig. Sie tragen unter anderem zur Bodenfruchtbarkeit bei, bestäuben Kultur- und Wildpflanzen, fressen Schädlinge und sind auch Nahrung für zahlreiche andere Tiere.

Das Thema Verlust der biologischen Vielfalt ist nicht neu. So war die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren nicht untätig und setzte viele Aktionen und Initiativen zum Erhalt der Biodiversität um. Dennoch betrifft das Insektensterben auch das Freiburger Stadtgebiet. Deswegen hat das federführende Umweltschutzamt aktuell eine Vorlage in die gemeinderätlichen Gremien eingebracht, die für die Stadt neue Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt festlegt und weitere Maßnahmen gegen den Rückgang von Insekten- und Vogelarten vorschlägt. Unter diesen Aktionen finden sich unter anderem neue arten- und blütenreiche Grünflächen rund um städtische Gebäude, um den Insekten auch in der Stadt einen Lebensraum auch in der Stadt zu bieten.

„Wir wollen aber jetzt schon, wo möglich und sinnvoll, Maßnahmen gegen das Insektensterben umsetzen, deshalb begrüße ich die gemeinsame Initiative „Blühendes Rathaus im Stühlinger“ von unserem Umweltschutzamt und dem Gebäudemanagement sehr“, erläutert Umweltbürgermeistern Gerda Stuchlik die Aussaat der regionalen Saatgutmischung.

Im Zuge der Grünflächenentwicklung am Rathaus im Stühlinger wird die Stadtverwaltung eine ursprünglich als Rasenfläche gewidmete rund 700 Quadratmeter große Grünfläche zwischen neuem Rathaus und altem Technischen Rathaus als ersten Schritt eine regionale oberrheinische Saatgutmischung aussäen. Die Saatgutmischung enthält viele Kräuter- und Blumenarten wie Margerite, Malve oder Wiesenflockenblume.

Bereits in der letzten Woche haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Umweltschutzamts in Eigeninitiative den Boden vorbereitet und das Saatgut per Hand ausgebracht. „Um in diesem Jahr noch erfolgreich eine blumenbunte Wiese zu bekommen, mussten wir witterungsbedingt schnell handeln“ macht Harald Schaich, Leiter der Naturschutzabteilung im Umweltschutzamt, deutlich und lobt die unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement (GMF).

„Das Rathaus im Stühlinger wird durch eine bunte, blühende Wiese auch optisch aufgewertet“, freut sich Andrea Katzer-Hug, Leiterin des GMF, über die insektenfreundliche Grünfläche vor der Rathaustür. Zudem werde die Pflege der Grünfläche einfacher, so Katzer-Hug, statt einer mehrmaligen Mahd zum Erhalt einer artenarmen Rasenfläche müsse die
Blumenwiese künftig nur noch ein bis zweimal pro Jahr gemäht werden.

Die neue artenreiche Blumenwiese soll aber nur der erste Schritt sein. So soll im Herbst auch die noch etwa zwei bis drei Jahre brach liegende Fläche für den zweiten Bauabschnitt des neuen Rathauses im Stühlinger teilweise eingesät werden. Auch auf solchen zeitlich begrenzten Brachflächen kann das Nahrungsangebot für Insekten in der Stadt verbessert werden. Das gelte im Übrigen auch für private Flächen und Hausgärten, wie Harald Schaich betont. Hier könne ebenfalls mit regionalem Saatgut und wenig Aufwand ein Mehrwert für die Insekten geschaffen werden. Das Umweltschutzamt berät dazu gerne.


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