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Kreis Emmendingen - Emmendingen

11. Jan 2020 - 23:43 Uhr Neujahrsempfang 2020 in Emmendingen - Letztmals in der Steinhalle  

Bild: Reinhard Laniot / REGIOTRENDS-Lokalteam EM-extra
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Letzter Neujahrsempfang von Oberbürgermeister Stefan Schlatterer in der Steinhalle in Emmendingen - Beeindruckende Jahresbilanz und ein Appell: Beim Schandfleck Kaufhaus-Krauss-Gebäude müssen jetzt alle Beteiligten aufeinander zugehen! - Mit VIDEO

Emmendingen 2019: Zeitgemäß aufgestellt, national ausgezeichnet - Kurzweilige Veranstaltung: Ehrenamtliches Engagement gewürdigt, dickes Lob als Wohnort erhalten und bestens besucht!


Mit einem Blick auf die aktuelle Weltpolitik und der Forderung, im Alltag gelebte Demokratie ernst zu nehmen, eröffnete Oberbürgermeister Stefan Schlatterer am Spätnachmittag seine Rede beim Neujahrsempfang 2020 in der mehr als vollbesetzten Steinhalle vor über 420 Besuchern. Und da die Kapazität der Halle begrenzt ist und für den großen Zuspruch der Bevölkerung beim Neujahrsempfang nicht mehr ausreicht, kündigte Schlatterer die künftige Verlegung in die Fritz-Boehle-Halle an.

Im Blick zurück bescheinigte er dem abgelaufenen Jahr, dass es in Emmendingen ganz im im Zeichen der Bürgerbeteiligung stand.
Er dankte allen die sich engagiert eingebracht haben, vor allem beim Projekt „Mein Emmendingen 2035“.

Zu Recht und mit Stolz konnte das Stadtoberhaupt eine vielschichtige Erfolgsbilanz verweisen, die der Stadt auch bundesweite Anerkennung einbrachte. Klima, Kinderbetreuung, Mobilität - zentrale Themen, bei denen sich Emmendingen bestens aufgestellt präsentiert.

Außerdem hervorgehoben wurden der Schwerpunkt Wohnungsbau, höchstes Investitionsvolumen, Firmenneuansiedlung und Weiterentwicklung der Innenstadt (Details unten in der Original-OB-Ansprache!).

Und dass auch diese Bilanz dazu beiträgt, dass Emmendingen als Wohnort äußerst attraktiv ist, unterstrichen bei den Grußworten nach den Ehrungen (s. Bildergalerie!) Aleyna Altinisik als Auszubildende zur Mechatronikerin bei der Firma Sick als auch EU-Stadtrat Oscar Guidone.

Dass dieser kurzweilige Empfang ankam, zeigte der musikalische Abschluss durch die Stadtmusik unter der Leitung von Stephan Rinklin: Wurde beim Radetzky-Marsch begeistert mitgeklatscht, so schallte dann letztmals bei einem Neujahrsempfang das Badnerlied inbrünstig vom Publikum mitgesungen durch die heimelige Steinhalle, wo man sich dann noch lange zu Gesprächen zusammenfand - bestens bewirtet von den Mundinger Landfrauen.


>> Rede von Oberbürgermeister Stefan Schlatterer

"Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie alle in einem neuen Jahr, das mit dem Blick auf die Geschehnisse im Irak und dem militärisch geführten Konflikt zwischen den USA und dem Iran nicht gut begonnen hat. Mit den USA beteiligt sich daran eine der ältesten Demokratien der Welt und ich frage mich schon, wie lange ein demokratisches System die Belastungen aushalten kann, dem es vom aktuellen amerikanischen Präsidenten ausgesetzt ist.

Konrad Adenauer hat einmal gesagt, ich zitiere:
„Demokratie ist mehr als eine parlamentarische Regierungsform, sie ist eine Weltanschauung...“

Diese Weltanschauung, diese Grundüberzeugung, ist in unserem Grundgesetz festgehalten, festgeschrieben, das zu den besten und gerechtesten Staatsverfassungen weltweit zählt.

Im gerade abgelaufenen Jahr 2019, vor wenigen Monaten erst, haben wir den 70. Geburtstag unseres Grundgesetzes gefeiert, weil wir mit gutem Recht stolz darauf sein können.

Weil wir hier in Emmendingen sind, möchte ich noch ein zweites Adenauer-Zitat erwähnen. Ich zitiere:
„Nach meiner Erfahrung wird Demokratie am besten in den Gemeinden gelehrt, weil dort die praktische Arbeit und das Ergebnis einer Abstimmung unmittelbar sichtbar wird.“ (Zitat Ende.)

Und weil wir hier in Emmendingen unserer demokratischen Weltanschauung Rechnung tragen, und wir den Wunsch nach praktischer, im Alltag gelebter Demokratie ernst nehmen, stand das Jahr 2019 ganz im Zeichen der Bürgerbeteiligung.

Man kann guten Gewissens sagen, dass es in unserer Stadt noch nie so viel öffentliche Beteiligung und Mitmachmöglichkeiten gab wie im gerade zu Ende gegangenen Jahr.

Im Zentrum stand dabei die gemeinsame Arbeit am Stadtentwicklungskonzept. Nach meiner Überzeugung müssen die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zur Mitgestaltung haben.
Dieser Dialogprozess begann im Herbst 2018 mit einer umfassenden repräsentativen Bürgerbefragung.

Auffallend war, dass über 95 Prozent aller Befragten die allgemeine Lebensqualität in Emmendingen mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet haben. Eine höchst erfreuliche Rückmeldung, auf die wir alle stolz sein dürfen, Stadtrat und Verwaltung, aber auch alle engagierten Bürgerinnen und Bürger, alle Vereine und Initiativen, Sozialverbände und Nachbarschaftshilfegruppen... – und alle, die mithelfen und sich ehrenamtlich engagieren, und so zu diesem guten, sozialen und nachbarschaftlichen Miteinander beitragen, das in Emmendingen großgeschrieben wird!

Dieser Bürgerbefragung folgten dann im vergangenen Frühling sechs Bürgerwerkstätten in den Stadtteilen und Ortschaften. Hier wurde intensiv zusammengearbeitet, wurden wichtige Eckpunkte gesammelt, Ideen entwickelt und die zentralen Aussagen verdichtet.

Den Bürgerwerkstätten folgte eine öffentliche Vorstellung der Ergebnisse. Im September gab es eine Klausurtagung mit den Stadträtinnen und Stadträten, den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern und Fachleuten aus der Verwaltung. Hier wurden aus den Vorgaben der Bürgerschaft schließlich 31 strategische Ziele und 52 konkrete Projekte und Planungen herausgearbeitet. Sie bilden eine praktische Richtschnur, eine Leitlinie für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt.

Dieser Entwurf wurde vor rund einem Monat in der Steinhalle öffentlich vorgestellt und nochmals zur Diskussion gestellt. In Kürze wird er dann nochmals dem Stadtrat vorgelegt, zur abschließenden Verabschiedung von „Mein Emmendingen 2035“.

Das war unterm Strich ein ganz schöner Brocken Arbeit, für die Verwaltung und die Stadträtinnen und Stadträte und für unsere Bürgerreferentin. Aber auch für die zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürger, die sich in den Werkstätten und bei den öffentlichen Vorstellungen und an den Themeninseln eingebracht haben mit ihren Wünschen und ihrem Wissen.

Aber die Arbeit hat sich gelohnt: Das vorliegende Stadtteilentwicklungskonzept ist ein richtiges kleines Buch geworden, das die Ideen und Anliegen der Einwohnerschaft enthält, ergänzt um die Einschätzungen und Erfahrungen der Fachleute und Stadtplaner. So ist eine Richtschnur für die Zukunft entstanden, ein Leitfaden, an dem wir uns in den kommenden Jahren orientieren werden.

Ein ganz großes Dankeschön an alle, die sich an diesen wichtigen Weichenstellungen für Emmendingens Zukunft mitgearbeitet haben!

Darüber hinaus gab es im vergangenen Jahr wieder eine große Einwohnerversammlung in der Fritz-Boehle-Halle, öffentliche Stadtteilrunden und eine ganze Reihe von Terminen in den Ortschaften, eine Fahrradrunde und erstmals auch eine Waldrunde

Damit bei all dem auch die jungen Stimmen gehört werden, hat im Rathaus eine neue Runde mit dem 8er-Rat begonnen. Hier lernen Schülerinnen und Schüler der achten Klassen die Arbeit von Stadtrat und Verwaltung kennen, dürfen die Experten mit ihren Fragen löchern, und können sich mit ihrem eigenen Anliegen und Ideen einbringen und sich konkret mit den Themen beschäftigen, die sie beeinflussen können. Dieses Mal sind rund 90 Jugendliche mit dabei, die auf die Fritz-Boehle-Schule, auf die Karl-Friedrich-Schule und aufs Goethe-Gymnasium gehen.
Das Ganze führt zu praktischen Ergebnissen... So ist zum Beispiel zuletzt auf Anregung des letztjährigen 8er-Rates ein neuer Bolzplatz entstanden, nach den Wünschen der jugendlichen „Stadtplaner“!
Kein Thema hat in den letzten Jahren so an Bedeutung zugenommen, wie der Klimaschutz. Und das nicht nur auf der UN – Klimakonferenz oder der Fridays-for-Future Demonstrationen in Freiburg, sondern auch bei der täglichen Arbeit in Verwaltung und Stadtrat.

Der Klimawandel ist kein theoretisches Problem über das nur diskutiert werden sollte. Blickt man auf die aktuelle Brandkatastrophe in Australien erkennt man schnell, dass rasches Handeln erforderlich ist.

Der britische Umweltaktivist Rob Hopkins sagte dazu einmal einen Satz, der mich beeindruckt hat:
„Wenn wir auf die Regierungen warten, wird es zu wenig und zu spät sein; wenn wir als Individuen handeln, wird es zu wenig sein; aber wenn wir als Gemeinschaft handeln, könnte es genug sein und gerade zur rechten Zeit.“

Genau deshalb warten wir nicht auf Vorgaben der UN-Konferenzen oder aus Berlin, sondern entwickeln Klimaanpassungskonzepte um unsere Stadt auf diesen Prozess anzupassen.

Bereits 2010 haben wir den Landeswettbewerb „Klimaneutrale Kommune“ gewonnen, und 2014 den Wettbewerb „Klimaschutz mit System“. Emmendingen ist die einzige Stadt landesweit, die bei den beiden Landeswettbewerben erfolgreich war!
Mit den Preisgeldern haben wir unter anderem ein eigenes Klimaschutzkonzept erstellt. Und haben begonnen, Eigentümerinnen und Eigentümer im Rahmen von Stadtteilkampagnen bei der energieeffizienten Sanierung ihrer Gebäude zu unterstützen, aktuell mit dem Programm „Energiehaus Emmendingen“.

Dazu kam die Einrichtung der Stelle eines Klimaschutzmanagers, der Schritt für Schritt den Klimaschutz als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Stadtverwaltung etabliert hat.

So haben wir beispielsweise im Bereich der Datenverarbeitung viel erreicht, und den Bundeswettbewerb „Green IT-Town“ als Modellkommune gewonnen.

Die Bürgerenergiegenossenschaft wurde ausgezeichnet, und die „Energiehaus“-Kampagne wurde sogar als „Bestes-Praxis-Projekt“ landes- und auch bundesweit ausgewählt, und anderen Kommunen zur Nachahmung empfohlen.

Und auch das renommierte „Deutsche Institut für Urbanistik“ mit Sitz in Berlin bezeichnet Emmendingen regelmäßig als Beispielkommune.

Vor 6 Monaten kam der Umweltminister des Landes Franz Untersteller zu uns nach Emmendingen, um sich vor Ort über unsere Energiehaus-Kampagne zu informieren und sich konkrete Beispiele anzusehen. Er betonte dabei, dass wir nicht nur auf die Windkraft und die Photovoltaik, und nicht nur auf die Neubauten schauen dürfen... sondern dass wir vor allem auch die Sanierung des älteren Gebäudebestandes ins Auge fassen müssen – und genau das steht ja im Zentrum der städtischen Kampagne.

Das hat der grüne Umweltminister erkannt, und öffentlich betont, Zitat: „Emmendingen hat die Zeichen der Zeit erkannt“ und „besonderen Wert darauf gelegt“, die typischen Hemmnisse für eine energetische Sanierung systematisch zu beseitigen. Und er hob hervor: „Sie haben hier [bei der Quote der Sanierungen] schon erreicht, wohin wir im Land noch hinwollen!“

Ich stimme Herrn Minister Untersteller bei seiner Bewertung gerne zu, wir haben bewiesen, dass wir es können. Aber das Ziel bis 2050 zur klimaneutralen Kommune zu werden, haben wir noch nicht erreicht, hierzu bedarf es weiterer Anstrengungen. Wobei ich mich frage, ob wir überhaupt noch so einen Zeitkorridor haben.

Oft sind es kleine Dinge: Baumpatenschaften von Bürgerinnen und Bürgern, die unter Trockenheit leidenden Stadtbäume retten. Die Volkshochschule bildet engagierte Bürgerinnen und Bürger mit dem „klimafit“-Programm zu Multiplikatoren beim Klimaschutz aus. Die Schüler-Initiative, bei der Bäume fürs Klima gepflanzt werden und viele weitere kleinere Aktionen.

Aber die Stadt soll auch mit guten Vorbild vorangehen. Der Kindergartenneubau im Fritz-Boehle-Areal wird klimaneutral unter Verwendung von viel Holz als Baustoff errichtet werden, aktuell wird die Grundschule Mundingen saniert und weitere städtische Gebäude werden folgen.

Ein Treffpunkt für Jung und Alt sind die Vereinsheime. Viele davon sind insbesondere energetische sanierungsbedürftig. Gemeinsam mit den Vereinen muss ein Weg zu einem guten Bauzustand gefunden werden.

Aktuell werden in der Stadtplanung Klimaanalysen erstellt, die unmittelbaren Einfluss auf die Stadtentwicklung haben werden. Potentielle Hitzeinseln werden identifiziert und entschärft. Beispiele hierzu gibt es schon: Die Bäume in der Karl-Friedrich-Straße oder die geplanten Bäume auf dem Marktplatz und das Wasserspiel in der Landvogtei.

Ein wichtiger Akteur beim Thema Klimaschutz sind die Stadtwerke Emmendingen. Von ihrer Geschäftsführung wurde die Bürgerenergiegenossenschaft mit initiiert, und ebenso die Bürger-Solar- und Windfonds, und das Windrad gebaut. Die SWE steht für eine nachhaltige Energiewende. Schon vor der Atomkraftwerkkatastrophe in Japan verkauften die SWE Strom nur aus regenerativen Energiequellen und sind bis heute aktiver Partner der Stadt beim Klimaschutz, zuletzt wieder mit einer Baumpflanzaktion für Kunden. Dazu kommen die Organisation des Stadtbusses und die gelungene Sanierung des Freibades. Der Gründungsgeschäftsführer Karl Heinrich Jung ist im Dezember in den Ruhestand gegangen. Ich möchte die Gelegenheit heute nutzen, mich herzlich für die geleistete Arbeit zu bedanken.

Mobilität ist ein Thema, dass natürlich auch Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz beinhaltet und uns täglich auf dem Weg zur Arbeit, in die KiTa oder zur Schule, zum Einkaufen oder auf dem Weg zum Arzt oder abends beim Treffen mit Freunden betrifft. Mobilität ist ein konkretes Thema.

Im vergangenen Jahr haben wir vom Landesverkehrsministerium die gute Nachricht bekommen, dass das Land den überregionalen Radschnellweg von Freiburg über Gundelfingen und Denzlingen nach Emmendingen und nach Waldkirch einrichten und auch selbst finanzieren wird! Das hat mich sehr gefreut – und bestimmt auch viele radelnde Berufspendler und alle Freizeit-Radlerinnen und -Radler! Denn mit diesen gut ausgebauten Verbindungsrouten wird das Rad jedenfalls mit Zusatz-Antrieb zu einer echten Alternative zum Auto!

Parallel dazu haben wir auch in Emmendingen den Radverkehr weiter ausgebaut. Unsere Anstrengungen, Emmendingen als „Fahrradfreundliche Kommune“ weiter voran zu bringen, werden mittlerweile auch bundesweit wahrgenommen!

So hat der ADFC, der „Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club“, uns 2019 in der Kategorie vergleichbar großer Städte bis 50.000 Einwohner als „bundesweit bester Aufholer“ beim Radverkehr ausgezeichnet!

Erster Platz in ganz Deutschland, ein toller Erfolg, für den ich vor allem nochmals ausdrücklich den Teams aus dem Fachbereichen 3 und 1 danken möchte, die dafür hart gearbeitet haben.

Auch das darf aber kein Ruhekissen sein, im Gegenteil:

Im neuen Jahr wird es weitergehen, um das Radfahren noch attraktiver zu machen – unter anderem mit schnellen, unkomplizierten Radwegverbindungen im Stadtbereich. Dabei haben unsere städtischen Fachleute vor allem die Sicherheit im Blick... Denn wenn genügend gut ausgebaute, effiziente und kinder- und familienfreundliche, und eben auch sichere Radwege vorhanden sind, dann werden noch mehr Menschen auf dieses günstige, umweltfreundliche und dank der Bewegung eben auch gesunde Verkehrsmittel umsteigen, davon bin ich überzeugt.
Konkret sollte das überregionale Radwegenetz um einen Radschnellweg zu unserer Nachbarstadt Waldkirch erweitert werden.
Aber nicht alle können oder wollen Radfahren. Deshalb wird es auch beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehr weiter vorangehen. Hier ist ja zuletzt schon einiges passiert – und die neue Buslinie und der erweiterte Takt für die Wochenenden werden bereits sehr gut angenommen.

Was mich derzeit besonders beschäftigt, das sind die Verbindungen auch über Emmendingens Stadtgrenzen hinaus. Auch bei der eingangs erwähnten Bürgerbeteiligung wurden mehrfach die Verbindungen nach Waldkirch und nach Freiburg angesprochen. Das haben wir als Kommune nicht selbst zu bestimmen, aber ich setze mich entschieden dafür ein, dass es hier weiter vorangeht. Zusammen mit meinem Oberbürgermeisterkollegen Götzmann setzen wir uns dafür ein, dass es eine gut getaktete Schnellbus-Verbindung zwischen Waldkirch, Sexau, Kollmarsreute und Emmendingen gibt. Und ebenso braucht es eine Schnellbuslinie Emmendingen-Freiburg, falls das über den Zugverkehr nicht verlässlich geleistet wird. Hier besteht eindeutig Verbesserungsbedarf, und ich werde hier weiter bohren, bis es hier sichtbare Fortschritte gibt!

Um noch mehr Menschen die Nutzung von Bus und Bahn attraktiv zu machen, wird sich auch an den Preisen etwas ändern müssen. Ich begrüße die Initiative der OB Kollegen Horn und Götzmann den Regionalverkehr in unserer Region zu einem Modellprojekt des Bundes zu machen, das den Fahrgästen finanzielle Vorteile bieten wird. Nur so können wir unsere Straßen entlasten. Es wird auch Menschen geben, die wenn auch elektrisch betrieben auf das eigene Fahrzeug aus den verschiedensten Gründen angewiesen sind.

Zum großen Themenbereich Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit gehört aber auch ein guter, ausgewogener städtischer Haushalt, meine Damen und Herren.

Trotz gestiegener Aufwendungen ist es dennoch gelungen, erneut einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen – der seinen Ressourcenverbrauch erwirtschaftet und wieder ohne neue Schulden auskommt. Eine großartige Leistung des Kämmerers und der Mitarbeitenden des Fachbereiches 2.

Und das, obwohl wir so viel investieren wir nie zuvor! Bereits 2019 hatten wir ein Investitionsvolumen von rund 16 Millionen Euro. Diese Zahl haben wir für 2020 nochmals überschritten, so dass dieses Jahr 20,1 Millionen in die Zukunft unserer Stadt und ihrer Infrastruktur investiert werden können!

Besondere Schwerpunkte in diesem Jahr sind unter anderem der soziale Wohnungsbau. In den letzten Jahren hat unsere Wohnbau GmbH ihren Wohnungsbestand um fast 100 Wohnungen erhöht, weitere Baumaßnahmen laufen an beispielsweise in der Hochburger Straße.

Schwerpunkte bilden außerdem der bereits besprochene Klimaschutz und das Radwegekonzept, und die Bestandssicherung des bereits Erreichten. Deshalb sind rund 5 Millionen für den Straßenbau, für Brücken und Parkplätze vorgesehen, sowie für Barrierefreiheit und für den Hochwasser- und Lärmschutz.


Langfristig steht außerdem die Modernisierung der Kläranlage unseres „Abwasserzweckverbands Untere Elz“ an – um diese fit für die Zukunft machen, werden wir in den nächsten Jahren mehrere Millionen investieren.

Einen großen Schwerpunkt bildet aber der Ausbau der Kinderbetreuung, zum Beispiel mit einem neuen Kindergarten auf dem Fritz-Boehle-Areal, außerdem die Digitalisierung an unseren Schulen.

Der Abschluss der Sanierung des Alten Rathauses und des Jugendhauses nähert sich, für den Umbau des Goethe-Gymnasiums sind über 2 Millionen eingeplant, dazu kommt unter anderem die Sanierung und ein Ergänzungsbau der Grundschule Mundingen.


Und wenn wir schon beim Thema Kinderbetreuung sind:
Emmendingen hat sich mit seinem Projekt „Qualitätsoffensive“ bei der Betreuung für den Deutschen Kita-Preis beworben. Insgesamt gab es rund 1.500 Konkurrenten. Jetzt im Dezember haben wir erfahren, dass wir unter den ersten 10 und einzig verbleibendes Bewerber aus Baden-Württemberg sind. Jetzt schon haben wir bewiesen, dass wir nicht nur Klimaschutz und Radwegeausbau können, sondern auch Kinderbetreuung. Herzlichen Dank an die Mitarbeitenden des Fachbereichs 4 für diese tolle Leistung.

Aber auch diese Auszeichnung ist kein Grund zum Ausruhen. Immer noch besteht bei vielen Eltern zum Zeitpunkt der Einschulung Unsicherheit darüber, ob die aus der Kindergartenzeit gewohnten Betreuungszeiten inklusiv eines warmen Mittagessens, auch in der Schulzeit bestehen werden. Das Wirrwarr um die Einführung der Ganztagesschule hat seinen Teil zu dieser Verunsicherung beigetragen. Mein Ziel ist es, bis zum Ende der 7.Klasse die aus dem Kindergarten gewohnten Betreuungszeiten beispielsweise bis 14.00 Uhr inklusive eines Mittagessens zu garantieren, unabhängig von der Schulform. Dann könnten die Familien ihren Alltag der oft kompliziert genug ist, verlässlich planen.

Emmendingen ist ein Dienstleistungs- und Handelsstandort. Gerade deshalb ist die Weiterentwicklung der Innenstadt eine zentrale Aufgabe.

Das Thema Sanierung des Kaufhaus Krauss Gebäudes schien letztes Jahr um diese Zeit gelöst. Ich nehme den heutigen Neujahrsempfang als Anlass nochmals an die Beteiligten zu appellieren eine Lösung für diesen Schandfleck in unserer Stadtmitte zu finden. Es ist allerhöchste Zeit aufeinander zuzugehen.

Emmendingen war bislang kein Standort mit einem zufriedenstellenden Anteil des produzierenden Gewerbes. Um dies zu ändern, haben wir hart gearbeitet. Tatsächlich siedeln sich in diesem Jahr mit der Firma Sutter Medizintechnik und der Firma Intuitive gleich 2 Firmen aus der Medizintechnik mit insgesamt mehreren hundert Arbeitsplätzen in Emmendingen an.

Gemeinsam mit der Firma Inomed Medizintechnik ein Branchenschwerpunkt im Bereich Medizintechnik. Für den Gewerbestandort Emmendingen ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Aber diese Entwicklung muss weiter vorangetrieben werden. Wie fürs Wohnen, fehlen auch für die Ansiedlung von Gewerbebetrieben Flächen. Wir werden deshalb die im Stadtgebiet brachliegenden Gewerbeflächen untersuchen, um diese dann zu reaktivieren. Das Areal Dietsche ist dafür nur ein Beispiel.

Nicht nur für die Wirtschaft ist der Ausbau der Breitbandversorgung ein zentrales Thema. Es geht nicht schnell genug voran. Anstatt den Ausbau wirtschaftlichen Erwägungen der Telekom überlassen, sollte man diese Aufgabe als Daseinsfürsorge den Kommunen übertragen. Wir versorgen seit über hundert Jahren unsere Haushalte und Betriebe mit Strom und Wasser. Dazu eine weitere Breitbandleitung zu legen, wäre kein Problem. Die häufig zum Thema Ausbau G5 geäußerten Fragen, dürfen dabei nicht ignoriert, sondern müssen nachvollziehbar beantwortet werden.

Im letzten Frühjahr begann eine neue Veranstaltungsreihe: die Emmendinger Regionalmärkte, anknüpfend an die über 600-jährige Tradition der Märktestadt Emmendingen.

Neben dem beliebten Naturparkmarkt und – natürlich – dem Härdepflfeschd haben wir 2019 eine neue Reihe an Regionalmärkten ins Leben gerufen - um die guten Lebensmittel und hochwertigen Produkte aus unserer Region stärker ins Blickfeld der Verbraucherinnen und Verbraucher zu rücken. Zu einem Produkt, das von einem verantwortungsvollen Landwirt aus der Region stammt, aus einem Obstgarten, den man sich auch mal selber anschauen kann, und das wenig Verpackung und vor allem kurze Lieferwege hat.

Der erste dieser neuen Regionalmärkte war thematisch dem Kaiserstuhl gewidmet, im neuen Jahr wird unter anderem unsere Nachbargemeinde Freiamt im Mittelpunkt stehen.

Anlässe zum Feiern gab es aber noch viele weitere im vergangenen Jahr. Ein Höhepunkt für mich persönlich, aber sicher auch für ganz viele Emmendingerinnen und Emmendinger war das Stadtteilfest im Bürkle-Bleiche im September.

Hier wurde ganz bewusst an die alte Tradition der Siedlerfeste angeknüpft. Und gleichzeitig etwas ganz Neues geschaffen. Unzählige Initiativen, Gruppen und Vereine haben mitgemacht, haben sich an eigenen Ständen präsentiert, haben gezeigt, was sie machen, haben auf den drei Bühnen getanzt und musiziert, haben Kinderprogramme angeboten, Getränke ausgeschenkt oder kulinarische Köstlichkeiten angeboten. Und viele tausend Bürgerinnen und Bürger kamen, haben sich informiert, sich gegenseitig kennengelernt und vernetzt und haben mitgefeiert.

Der Zuspruch war enorm, das hätte in diesem Ausmaß wohl niemand für möglich gehalten.


Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Menschen in unserer Stadt, die für ein gutes Miteinander, für den Zusammenhalt in unserer Stadt stehen.

Ich bedanke mich bei allen ehrenamtlich Tätigen, insbesondere bei den Vorständen und Geschäftsführern der Emmendinger Vereine, Organisationen, Interessensvertretungen oder Verbände.
Hervorzuheben sind die Rettungs- und Einsatzkräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz, DLRG und Polizei. Herzlichen Dank.

Bedanken möchte ich mich auch bei den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Emmendingen. Ohne ihren Einsatz, wäre die Stadt nicht so schnell und so weit in ihrer Entwicklung vorangekommen. Diesen Dank erweitere ich um die gute Zusammenarbeit mit den anderen Behörden.

Und ich möchte mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Perspektivwerkstatt und des Stadtentwicklungsprozesses für ihr Engagement bedanken, einschließen möchte ich dabei die Bürgerforen und Bürgerinitiativen. Ohne sie wäre der Meinungsbildungsprozess für „Mein Emmendingen 2035“ nicht vorangekommen. Mein abschließender Dank gilt den Mitgliedern unseres Stadtrates und der Ortschaftsräte. In diesen Sitzungen fallen die maßgeblichen Entscheidungen nach guten Diskussionen. Die ehrenamtlich Tätigen bringen für diese Prozesse viel Zeit ein. Das ist das Wesen unserer kommunalen Selbstverwaltung und verdient unseren Dank.
Nun geht es in die Umsetzung: Machen wir aus Emmendingen 2020 „Unser Emmendingen 2035“.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen von ganzem Herzen ein gutes, ein erfolgreiches, ein rundum schönes neues Jahr 2020."

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