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Ortenaukreis - Lahr

14. Sep 2020 - 15:07 Uhr IHK-Summerkämp gab Impulse für Wege aus der Krise.
Rundum zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich Stefan Mayer (Moderator), Steffen Auer (Präsident der IHK Südlicher Oberrhein), Dieter Salomon (Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein) und Janine Breuer-Kolo (Moderatorin).

Foto: IHK Südlicher Oberrhein - Michael Bode
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IHK-Summerkämp gab Impulse für Wege aus der Krise - Unter Corona-Hygieneauflagen diskutierten Unternehmer über Strategien um neue Normalität anzugehen

In diesem Jahr ist vieles anders. Das gilt auch für das traditionelle Summerfäschd der IHK Südlicher Oberrhein. Statt eines großen Fests zum Austausch und Netzwerken fand die Veranstaltung in kleinerem Rahmen unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen im Mauerwerk in Lahr statt. Hier hatten die Teilnehmer des Summerkämps die Gelegenheit, gemeinsam neue Konzepte und Ideen auszuarbeiten, um ihre Unternehmen ideal an die veränderte Situation anzupassen und die Wirtschaft am südlichen Oberrhein wieder zum Laufen zu bringen.

Am Eingang zum Mauerwerk in Lahr sind Abstandsmarker auf dem Boden. Beim Empfang erwartet die Teilnehmer zunächst ein digitales Thermometer, das sie nur weiterlässt, sofern ihre Körpertemperatur im Normalbereich liegt. Wenn knapp 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann mit Hygienemasken eingelassen werden, gibt es Kopfhörer und für jeden einen eigenen Flaschenöffner. So sieht eine Präsenzveranstaltung zu Zeiten von Corona aus. „Uns war es auch in diesen Zeiten wichtig, Unternehmerinnen und Unternehmern einen Raum zum Diskutieren und zur Ausarbeitung von Ideen zu bieten und ihnen gleichzeitig Unterstützungsangebote und mögliche Ideen zur Krisenbewältigung aufzuzeigen“, erklärt Dr. Dieter Salomon, Hauptgeschäftsführer der IHK Südlicher Oberrhein das Konzept des diesjährigen Summerkämps der IHK. Während die Veranstaltung in den vergangenen als fröhliches Summerfäschd vor allem dem Netzwerken diente, steht in diesem Jahr -nach Barcamp-Charakter- ein Summerkämp mit Input-Sessions und Workshops auf dem Programm.

Gleich nach der Begrüßung kommen die Kopfhörer zum Einsatz. Bereits bei der Anmeldung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich für eines von vier Themen- bzw. Branchenspektren entschieden. Den Impulsvortrag zum jeweiligen Themenspektrum können sie nun per Kopfhörer verfolgen, während sie sich alle (mit Abstand) in vier unterschiedlichen Ecken der Veranstaltungshalle des Mauerwerks versammelt haben. Bunte Leuchten an den Kopfhörern sowie gleichfarbige Streifen auf dem Boden der Ecken sowie an den Namensschildern zeigen die Zugehörigkeit zu einem Themengebiet auf.

Der erste, orangefarbene Bereich steht für die Branche Hotel, Gaststätten und Veranstaltungen. Hier berichten Peter Erhardt vom Landgasthof „Adler“ aus Breisach am Rhein und Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK sowie Ralf Brotte, Geschäftsführer Externe Messeabteilung aus Denzlingen über die aktuellen Herausforderungen und zeigen Perspektiven auf. „Jede Herausforderung birgt auch neue Möglichkeiten zur Veränderung“, ist Ralf Brotte überzeugt. Er verkauft seit der Krise Schutzscheiben für Kassenbereiche. „Die Idee dafür bekam ich beim Einkauf in einem Supermarkt. Ich dachte mir, dass die Verkäuferin doch unbedingt geschützt werden muss. Daraufhin habe ich sofort den gesamten Bestand eines Plexiglashändlers aufgekauft und Schutzscheiben für Apotheken, Supermärkte, die Gastronomie und Hotellerie maßgefertigt“, berichtet der Unternehmer. In einer Situation, in der die Umsätze des Unternehmens bei null lagen, eine mutige Entscheidung. Die sich jedoch gelohnt hat. Brotte: „Wir müssen gegenüber Kunden aktiv sein und ihnen die Sicherheit geben, dass wir nach der Krise auch noch am Markt sind.“ Gleichzeitig bleibt die Situation der Branche angespannt. „Unter den Auflagen können wir im Restaurant sechs Tische weniger anbieten, das bedeutet, wir können statt 70 nur 40 Gäste bedienen“, erzählt Peter Erhardt. Im Sommer konnte ein Teil des Verlustes zwar durch Außengastronomie aufgefangen werden. Noch schwieriger wird es vermutlich im Herbst und Winter. „Heizpilze werden nicht die Lösung für die Außengastronomie sein. Denn die Unterhaltung ist so teuer, dass ein sinnvoller Einsatz nicht möglich ist“, weiß Erhardt. Hier müssen noch Lösungen gefunden werden. Ein Stillstand ist jedoch keine Option, da sind sich beide Unternehmer einig.

Der zweite, lilafarbene Bereich nimmt im Vortrag den Bereich Handel unter die Lupe. „In Zeiten, in denen andere Werbekanäle schwerer zu bedienen sind, sollten gerade kleine Unternehmen online sichtbar werden und mehr Social Media wie Instagram und Facebook einsetzen“, rät Philipp Frese, Präsident vom Handelsverband Südbaden. Gleichzeitig müssten die Innenstädte belebt werden. „Wir fordern beispielsweise drei Sonntagsöffnungen im Jahr ohne Anlassbezug. Damit könnten die Händler zeigen, dass es sich lohnt, einkaufen zu gehen und auch der Wettbewerbsnachteil zu den Onlinehändlern könnte so etwas abgeschwächt werden“, sagt Frese. Sein Fazit: „Bei aller Dramatik unserer Branche wird es irgendwie weitergehen.“

In der dritten, grün markierten Gesprächsrunde geht es um das Thema Innovation und Technologietransfer. „Innovationen entstehen heute nicht mehr im stillen Kämmerlein, sondern durch Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“, sagt Dr. Heinrich Stülpnagel vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. Profiteure solcher Verbindungen seien dabei jedoch nicht nur die Unternehmen. Stülpnagel: „Die Wissenschaft, die ja doch manchmal tatsächlich noch im viel zitierten Elfenbeinturm hockt, kann von Unternehmen lernen. Nicht nur, wenn es um Praxistauglichkeit geht, sondern auch die Nachfrage des Marktes.“ André Olveira, Geschäftsbereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Südlicher Oberrhein, hat schon zu einigen solcher Verbindungen aus Wirtschaft und Wissenschaft beigetragen. „Oft stoßen wir als IHK solche Interessengemeinschaften erst an, durch die Innovationen entstehen. Immer wieder erfahren wir bei Unternehmensbesuchen von Problemen, zu denen wir die richtigen Partner aus der Wissenschaft kennen, die das Problem dann lösen können.“ Auch wenn es um Fördermittel geht, steht die IHK ihren Mitgliedsunternehmen als Partner zur Seite. Olveira: „Viele Unternehmen wissen gar nicht, welche Möglichkeiten es da gibt. Aber auch da informieren wir als IHK gern.“

Der vierte, blaue Themenbereich steht für Digitalisierung. Mit der Digitalisierung ergeben sich viele Möglichkeiten. Digitale Prozessgestaltung steht beispielsweise für Automatisierung und soll Prozesse nicht nur schlanker, sondern auch fehler-, unterbrechungs- und störungsfrei werden lassen. Gleichzeitig ist jedoch eine Qualifizierung von Führungskräften und deren Mitarbeitenden essenziell, wurde bei dieser Themenrunde deutlich. „Die Sprache der Digitalisierung ist so breit und missverständlich zugleich, dass Projekte bereits daran scheitern oder zumindest teurer werden können. Der Einfluss auf die Unternehmenskulturen ist enorm, da die Veränderungszyklen immer schneller werden, dass Organisationseinheiten, ja ganze Unternehmen große menschliche Probleme bewerkstelligen müssen. Das betrifft beispielsweise den Wandel der Arbeit bzw. der Arbeitsbilder und Ausbildungen“, erklärt Emmanuel Beule, Referent für Digitale Geschäftsprozesse bei der IHK.

Zur Vertiefung des Inputs und für persönliche Fragen fanden im Anschluss an die Themenkreise zehn parallellaufende Diskussionsrunden statt. Hier war das Motto „Strand als Location – Arbeiten mit Urlaubsfeeling“, denn die Gespräche fanden bei schönstem Sonnenschein draußen auf dem mit Sand aufgeschütteten und mit Palmen, Sonnenschirmen und Luftballons dekorierten Außenbereich des Mauerwerks statt. Auch bei den Diskussionen um eine richtige Zukunftsstrategie stand Digitalisierung im Fokus. „IT und Digitalisierung muss nicht nur eingekauft werden, sondern zunächst auf den Nutzen hin geprüft werden“, betonte Dr. Steffen Auer, Präsident der IHK Südlicher Oberrhein. Denn bei aller Strategie müsse ein Ziel an erster Stelle stehen „die Strategie muss den Kunden abholen“.

Bei den Teilnehmern kam das Arbeiten mit Sand unter den Füßen gut an. „Ich bin nach Monaten zum ersten Mal wieder auf einer Veranstaltung und schlichtweg begeistert. Als ich die Einladung erhalten habe, dachte ich: Gewagt, da gehe ich nicht hin. Die angebotenen Themen sind so wichtig für uns Unternehmer und das Versprechen der Einhaltung von Hygienevorschriften hat mich überzeugt. Ich finde es richtig gut, dass die IHK mit dem Treffen hier ein Zeichen gesetzt hat. Wir brauchen das alle, den persönlichen Austausch“, fasste eine Teilnehmerin zusammen. „Durch den Austausch bekommen Unternehmen auch das Gefühl, das sie nicht allein sind und die Krise nicht allein bewältigen müssen. Dieses Gefühl ist wichtig, denn es gibt Kraft und die Zuversicht, dass man es schaffen kann“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Dieter Salomon in seiner Abschlussrede.

(Presseinfo: IHK Südlicher Oberrhein, 14.09.2020)

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