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Kreis Lörrach - Todtnau/Lörrach

23. Sep 2022 - 11:51 Uhr

Projekt Wiederbewaldung im Forstbezirk Todtnau - Unterstützungskraft hilft bei Herausforderungen im Klimawandel

Schadfläche mit abgestorbenen Fichten. 

Foto: Sho Kawano/LRA Lörrach
Schadfläche mit abgestorbenen Fichten.

Foto: Sho Kawano/LRA Lörrach
Der Klimawandel hinterlässt zunehmend sichtbare Spuren im Wald. Insbesondere in den Jahren 2018-2020 sind viele Waldflächen im Landkreis Lörrach den extremen Wetterereignissen zum Opfer gefallen. Eine gezielte Planung soll sicherstellen, dass die geschädigten Waldflächen schnell und klimastabil wieder bewaldet werden. Im Forstbezirk Todtnau kümmern sich darum Forst-Trainee Sho Kawano und Forstbezirksleiterin Susanne Berger zusammen mit den örtlichen Revierleitern.

Von Stürmen umgeworfene Bäume, Fichten mit rotbraun-verfärbten Nadeln, Laubbäume, die im Sommer schon das Laub abwerfen - diese Bilder konnte man in den vergangenen Jahren oft beobachten. In der Folge mussten viele Bäume aus Waldschutz- und Verkehrssicher­ungsgründen gefällt und aufgearbeitet werden, so dass zahlreiche kahle Flächen entstanden. "Durch die teils starken Stürme der letzten Jahre sind Bäume zum einen direkt zu Fall gebracht worden", erklärt Forst-Trainee Sho Kawano. "Zum anderen haben die Stürme in Kombination mit der trockenen und heißen Witterung die Bäume und deren Wurzelsystem zusätzlich geschwächt. Die Wasserversorgung und -aufnahme war dadurch stark gestört. Gleichzeitig boten sich optimale Vermehrungsbedingungen für Borkenkäfer, wie den Buchdrucker. Durch all diese Faktoren sind im Forstbezirk Todtnau insbesondere Fichtenwälder stark geschädigt worden. Sie müssen zeitig wieder bewaldet werden, damit die wichtigen Waldfunktionen wieder zur Verfügung stehen."

"Die Dimension der Schäden geht über das gewöhnliche Maß deutlich hinaus", sagt Forstbezirksleiterin Susanne Berger. "Deshalb ist eine gezielte Wiederbewaldungsplanung unerlässlich." Aus diesem Grund hat der Forstbezirk Todtnau im Jahr 2020 das „Projekt Wiederbewaldung“ gestartet. Ziel dabei ist es, die entstandenen Schadflächen zu erfassen, auf dieser Basis zu charakterisieren und priorisieren sowie eine angepasste Wiederbewaldung zu planen.

Für die durch den Klimawandel zusätzlich anfallenden Aufgaben stellt das Land Baden-Württemberg dem Forstbezirk Todtnau eine Unterstützungskraft aus dem Landes-Notfallplan zur Verfügung: Sho Kawano, Trainee des gehobenen technischen Forstdienstes, bearbeitet das Projekt seit Oktober 2020.

In einem ersten Schritt wurde von Sho Kawano jede Schadfläche digital kartiert und mit ihren spezifischen Eigenschaften aufgenommen. Wichtige Punkte waren dabei beispielsweise, ob es bereits Baumsämlinge oder noch verbleibende Bäume auf der Fläche gibt. Zusätzlich wurden, neben vielen anderen Faktoren, das Jahr und die Ursache des Schadereignisses, die Größe der Fläche sowie die standörtlichen Eigenschaften zusammengestellt. „Die Ergebnisse der Flächenaufnahme waren beachtlich“, so Kawano. "Zählt man alle Schadflächen zusammen, ergibt dies eine Fläche von mehr als 750 Fußballfeldern."
Problematisch hierbei ist, dass es auf vielen Schadflächen noch keinen ausreichenden und gesicherten Baumnachwuchs, sogenannte Naturverjüngung, gibt. Oftmals ist der Grund, dass der Wald so jung war, dass es für die nächste Baumgeneration noch zu früh war. Darüber hinaus spielen die im Wald lebenden Wildtiere, besonders das Reh- und Gamswild, eine bedeutende Rolle. Deren Verbissschäden an den jungen Baumtrieben und Knospen beeinträchtigen das Wachstum und erschweren es dem Wald, sich mancherorts natürlich zu regenerieren. Auf der Hälfte der kartierten Schadfläche im Forstbezirk Todtnau ist aus den genannten Gründen keine bis nur wenig Naturverjüngung vorhanden.

Um die Wiederbewaldung unter diesen Rahmenbedingungen gezielt zu steuern, wertete Kawano die Daten aus dem Projekt nach verschiedenen Kriterien aus und kategorisierte die Flächen anhand dessen in drei Dringlichkeitsstufen per Ampelsystem. Auf grünen Flächen besteht kein Handlungsbedarf, gelbe Flächen können erst einmal beobachtet werden und auf roten Flächen besteht prioritärer Handlungsbedarf. Möglichst viele der rot kategorisierten Flächen sollen noch im Jahr 2022 mit wärme- und trockenheitstoleranten Baumarten bepflanzt werden, unter anderem mit Eiche, Spitzahorn, Vogelkirsche und Douglasie. Dabei wird bewusst nicht die ganze Fläche bepflanzt, sondern noch Lücken für die natürliche Verjüngung weiterer Baumarten belassen.

"Mischung ist das Zauberwort im Klimawandel", sind sich Kawano, Berger und der örtliche Revierleiter Winfried Herden einig. Je breiter die Baumartenpalette, umso geringer ist das Risiko, dass große Flächen durch den Klimawandel und seine Begleiterscheinungen wieder entwaldet werden. Mit dem Ziel, eine örtlich angepasste, klimastabile Baumartenmischung zu etablieren, geht man in den kommenden Jahren die große Herausforderung Wiederbewaldung im Forstbezirk an.

Forstbezirk Todtnau
Der Forstbezirk Todtnau, Außenstelle des Landratsamts Lörrach, ist für etwa 16.700 Hektar Wald verschiedener Waldbesitzer (davon 12.500 Hektar Waldfläche von 13 Kommunen) im nördlichen Teil des Landkreises Lörrach von Todtnau bis Zell im Wiesental sowie im Kleinen Wiesental zuständig. Die Revierförster des Landratsamts stehen auf Anfrage für Beratung und Betreuung im Privatwald zur Verfügung.

(Info: Landratsamt Lörrach)


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