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Stadtkreis Freiburg - Freiburg

15. Apr 2026 - 22:19 Uhr

Universität Freiburg: Neues Programm von Studium generale und Colloquium politicum ist da - „Samstags-Uni“ steht im unter Motto „Nachbar Frankreich“

Universität Freiburg: Neues Programm von Studium generale und Colloquium politicum ist da.
Universität Freiburg: Neues Programm von Studium generale und Colloquium politicum ist da.

Weiter im Programm sind Vorträge, Buchvorstellungen, Seminare, Exkursionen, eine Filmpremiere und eine Soiree zu Johann Peter Hebel - Studium generale und Colloquium politicum bieten im Sommersemester 2026 Veranstaltungen für alle Interessierten innerhalb und außerhalb der Universität Freiburg an - Das Colloquium politicum organisiert Veranstaltungen zu politischen Themen – darunter eine Buchvorstellung von Götz Aly sowie Vortragsreihen zur Geschichte der USA und zur Fußball-WM 2026


Universität für alle: Im kommenden Sommersemester ab Mitte April bieten das Studium generale und das Colloquium politicum wieder zahlreiche Veranstaltungen zu wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Themen an. „Das Studium generale widmet sich ganz unterschiedlichen Facetten von Aktualität – und möchte dabei ebenso anspruchsvoll wie unterhaltsam, abwechslungsreich und informativ sein“, sagt Prof. Dr. Werner Frick, Leiter des Studium generale. „Jede und jeder kann sich aus unserem umfangreichen Angebot ein eigenes Programm für den Sommer zusammenstellen. Und sollte dabei nicht zu sparsam dosieren…“

Samstags-Uni:
„Nachbar Frankreich“ heißt das Thema der „Samstags-Uni“ in diesem Sommersemester. „Gerade in Freiburg und am Oberrhein weiß man: Frankreich ist Deutschlands nächster Nachbar – geografisch, historisch und kulturell“, sagt Frick. „Unsere Vorlesungsreihe lädt dazu ein, diese komplexe nachbarschaftliche Beziehung aus ganz unterschiedlichen kultur-, geschichts- und sozialwissenschaftlichen Blickwinkeln zu erkunden und dabei viel Neues über Frankreich zu erfahren.“

Die Themen reichen von deutsch-französischen Begegnungen in mündlichen Erzählungen und Weingeschichten als deutsch-französische Kulturgeschichte über die wirtschaftlichen Herausforderungen Frankreichs und die Rolle des Tourismus, die wechselhafte Entwicklung der deutsch-französischen Freundschaft bis zur Provinz in der französischen Literatur- und Kulturgeschichte und dem Ende des Macronismus. Das Studium generale bietet die Samstags-Uni gemeinsam mit der Volkshochschule Freiburg an, die im Frühjahr und Sommer 2026 auch selbst einen Frankreich-Schwerpunkt im Programm hat.

Rezitation und Film:
Unter dem Titel „Weltliteratur aus dem Wiesental“ lädt das Studium generale am 13. Juli 2026 ein zu einem Abend für Johann Peter Hebel (1760-1828), bis heute bekanntester Dichter und Erzähler des oberrheinischen Raums und Pionier der alemannischen Mundartliteratur. Zum 200. Todesjahr widmet sich die poetisch-musikalische Soiree seinen schönsten Gedichten und Geschichten. Gestaltet wird der Abend von der Rezitatorin und Mundart-Expertin Friedel Scheer-Nahor, dem Schauspieler und Rezitator Victor Calero und dem preisgekrönten Hebel-Chansonnier Uli Führe. Durch das Programm führt Werner Frick.

„Der verlorene Mantel. Marlene Goldstein und die Odyssee einer Familie aus Baden und dem Elsass im Strom der Zeit“ heißt der Essayfilm von Michael Klant, der am 30. Juni 2026 im Rahmen des Studium generale Premiere feiert. Marlene Goldstein entkam 1940 als zehnjähriges Mädchen dem Lager Gurs am Rand der Pyrenäen, floh mit ihren Eltern, gebürtigen Elsässern, unter dem falschen Namen Bertrand durch Frankreich – und kehrte 1950 wieder nach Freiburg zurück, in die Stadt, aus der die Nazis die Familie vertrieben hatten. Hier wurde sie 1961 zur Staatsanwältin ernannt. Klant konnte für die filmische Ausarbeitung auf Goldsteins Nachlass zurückgreifen: einen Schatz aus Fotos und Dokumenten, darunter die gefälschten Fluchtpapiere. Historisches und persönliches Dokumaterial verwebt er in seinem Film mit innovativen Mitteln, unter anderem Animationen und Chansons.

Buchgespräche, Seminare und Exkursionen:
Diskussionsveranstaltungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Studium generale. Hierzu zählt die Reihe „Bücher, über die man spricht“, in der Autor*innen wichtige Sachbücher von breiter Relevanz vorstellen und mit Fachleuten sowie dem Publikum besprechen. Diesmal geht es unter anderem um das Buch „Schuldenwende. Der gefährliche Irrweg der Finanzpolitik“ von Wolf H. Reuter und dem Freiburger Professor für Wirtschaftspolitik Lars P. Feld sowie um die Analyse „Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution“ von Sven Beckert, Professor für Amerikanische Geschichte an der Harvard University. Die Reihe „Kunst-Ereignisse“ widmet sich wieder neuen Produktionen am Theater Freiburg, darunter „Hamlet“, „Rigoletto“ und der Revue „Über das Sterben der Arten“.

Im Sommersemester bietet das Studium generale Exkursionen und Seminare zu Themen aus der Kunst, Kultur und Geschichte an. Exkursionen beschäftigen sich zum Beispiel mit den Freiburger Pflastermosaiken, der Geschichte der Universität Freiburg und mit Maximilian Dortu, Teilnehmer der Badischen Revolution von 1848/49, der auf dem damaligen Freiburger Wiehre-Friedhof hingerichtet wurde. Die Seminare finden unter Leitung erfahrener Universitätsdozent*innen jeweils an sechs Abenden statt – auch ein Seminar zu Johann Peter Hebel steht auf dem Programm. Zur Teilnahme braucht es außer Neugier und Aufgeschlossenheit keine spezifischen Voraussetzungen. Für Seminare und Exkursionen wird ein moderater Teilnahmebeitrag – mit Ermäßigung für Studierende – erhoben; außerdem ist die Zahl der Plätze beschränkt, sodass sich eine möglichst baldige Anmeldung empfiehlt (siehe unten).

Einzelvorträge und Reihen:
Einzelvorträge fasst das Studium generale unter dem bewusst offen gehaltenen Reihentitel „Faszination Wissenschaft“ zusammen. Die Veranstaltungen dieser Serie bieten Einblicke in die Vielfalt universitärer Forschungsthemen, in diesem Semester vor allem aus dem Spektrum der Kultur- und Gesellschaftswissenschaften. Themen sind unter anderem aktuelle psychologische Erkenntnisse zu Höhen und Tiefen der Liebe, die Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek und ihre Öffentlichkeiten sowie die Zeitenwende des Christentums in Europa.

In Kooperation mit verschiedenen Partnern hat das Studium generale darüber hinaus vier weitere Vortragsreihen im Angebot: Die Reihe „Über Leben im Anthropozän“ stellt Perspektiven aus Kunst, Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften zur Diskussion. Die Ringvorlesung „Wissen über den Wald im Wandel“ wird veranstaltet vom gleichnamigen Projekt sowie dem Freiburger Exzellenzcluster „Future Forests. Die Anpassung komplexer sozial-ökologischer Waldsysteme an den globalen Wandel“. Das Freiburger Forschungs- und Lehrzentrum Musik (FZM) widmet sich dem Thema „Improvisieren: Spontane Kreativität in Kunst und Alltag“. Und eine kunstwissenschaftliche Vortragsreihe steht unter dem Titel „Phänomen Michelangelo“.

Colloquium politicum:
In politisch unübersichtlichen Zeiten lädt das Colloquium politicum ein zu Einzelvorträgen, Podiumsdiskussionen und Vortragsreihen – und bietet ausführliche Gelegenheit zur Information und Diskussion. Am 22. April 2026 eröffnet eine Buchvorstellung und Diskussion zum Thema „Neon/Grau! Ostdeutsche Erfahrungen, Demokratie und Popkultur“ das Sommersemester. Am 28. April 2026 fragt der Journalist und Historiker Prof. Dr. Götz Aly: „Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945“. Prof. Dr. Michael Butter von der Universität Tübingen diskutiert sein Buch „Die Alarmierten. Was Verschwörungstheorien anrichten“. Wieder im Programm sind die Freiburger Afrikagespräche. Bei weiteren Veranstaltungen geht es unter anderem um Zehn Jahre Pariser Klimaabkommen, Wissenschaft zwischen Schutzbedürftigkeit und gesellschaftspolitischer Verantwortung sowie um Feminismus in China.

Daneben beleuchtet das Colloquium politicum in sechs Vortragsreihen eine Fülle an unterschiedlichen aktuellen und historischen Themen. Eine Reihe widmet sich unter dem Titel „WM 2026 in Nordamerika: mehr als nur Fußball“ den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Hintergründen des Großereignisses. Die Titel der weiteren Reihen lauten „Zwischen/Zeiten: 250 Jahre USA“, „Wissenschaft in gesellschaftspolitischer Verantwortung“, „Politische Theorien vermeidbaren Leids“, „Global Ruptures or New Beginnings? Southern Perspectives on World Politics“ sowie – als elfter Teil einer schon länger laufenden Reihe – „Freiburg und die Region in der Zeit des Nationalsozialismus. Versuch einer lokalen und regionalen Bestandsaufnahme“.

(Presseinfo: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, 15.04.2026)

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