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Ortenaukreis - Offenburg

7. Dec 2023 - 15:45 Uhr

Vorbildlicher Denkmalschutz in Offenburg - Anna-von-Heimburg-Haus soll bis 2025 wieder einzugsbereit sein

Vorbildlicher Denkmalschutz in Offenburg - Anna-von-Heimburg-Haus soll bis 2025 wieder einzugsbereit sein.
Von links: Das Stadtplanerteam mit Andreas Kollefrath, Gemma Fernandez und Clemens Schönle freut sich über den Baufortschritt.

Foto: Stadt Offenburg - Martin
Vorbildlicher Denkmalschutz in Offenburg - Anna-von-Heimburg-Haus soll bis 2025 wieder einzugsbereit sein.
Von links: Das Stadtplanerteam mit Andreas Kollefrath, Gemma Fernandez und Clemens Schönle freut sich über den Baufortschritt.

Foto: Stadt Offenburg - Martin
Was wäre Offenburg ohne die Kulisse seiner historischen Gebäude? Damit dieses Stadtbild erhalten bleibt, wird das unter Denkmalschutz stehende Anna-von-Heimburg-Haus in der Kornstraße aktuell komplett saniert. Dazu wurde das Gebäude bis auf seine tragenden Gemäuer und Fachwerkbalken zurückgebaut. Wie es oft so ist, erleben die Projektbeteiligten dabei viele Überraschungen.

Das Besondere an dem Gebäude ist, dass das Erdgeschoss und der erste Stock gemauert sind. Das zweite Obergeschoss bestand jedoch innen wie außen aus ausgefachten und verputzten Fachwerkwänden. Da deren Tragsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, waren hier die Handwerker stark gefordert. Aufwendig wurde die mehr als 200 Jahre alte Dachkonstruktion unterfangen und das Fachwerk im 2. Stock umlaufend durch Mauerwerk aus Ton ersetzt. Damit die Statik und die Dämmung stimmen, sind die Ziegelsteine 36 Zentimeter dick und ihre innenliegenden Hohlräume mit Dämmmaterial verfüllt. Die Auflageflächen morscher Balken haben die Zimmerer durch neue Holzbalkenstücke ersetzt. Um sicher zu gehen, werden schwächere Balken im Deckenbereich mit neuen massiven Holzdielen verstärkt. Clemens Schönle, Abteilungsleiter Planung, ist zufrieden: "Jetzt trägt sich das Gebäude wieder selbst." Nichts ist dabei dem Zufall überlassen. Jeder einzelne Holzbalken wird überprüft und mit einer Nummer versehen, damit im Protokoll nachvollziehbar bleibt, was warum erneuert wurde, erklärt Projektleiterin Gemma Fernandez. Mit einem Neubau lasse sich Denkmalschutz nicht vergleichen. Immer wieder gilt es, im Bauprozess Lösungen für Details zu finden. Etwa "alte Bausünden", wie sie jetzt im geplanten Aufzugsschacht aufgetaucht sind. Oder den Spagat zu schaffen zwischen "altes Fachwerk erhalten" und "modernen Brandschutz gewähren".

Kosten: 5,5 Millionen Euro
Damit alle möglichen Anforderungen an den Klimaschutz erfüllt werden, war die Mühe groß, berichtet Fachbereichsleiter Andreas Kollefrath, Holzfenster zu bekommen, die den Originalen ähnlich und doch dreifach verglast sind. Die Stadt will gerade im Bereich Denkmalschutz Vorbild sein und investiert rund 5,5 Millionen Euro in den Erhalt des Anna-von-Heimburg-Hauses. "Wenn es hinterher von außen wieder so aussieht wie zuvor", sind sich alle Beteiligten sicher, "dann ist der Denkmalschutz gelungen".

Erbaut im Jahre 1817 beherbergte das Anna-von-Heimburg-Haus ab 1925 das Städtische Altenheim. Seit 1998 war es u.a. Heimat für das Seniorenbüro und den Tagesmütterverein. Nach der Sanierung – die bis Anfang 2025 fertig sein soll – darf die Abteilung "Bürgerschaftliches Engagement" in das stadtbildprägende Gebäude am Vinzentiusgarten einziehen.


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