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Kreis Emmendingen - Denzlingen

17. Jan 2019 - 12:12 Uhr Projekt „Bürgerbewegung für Inklusion“ mit Fortbildung kommunaler Inklusionsvermittler zu Gast in Denzlingen - Die Tagungsteilnehmer der Fortbildung im Rahmen des Projekts "Bürgerbewegung für Inklusion"
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Inklusion fängt in den Köpfen an – Projekt „Bürgerbewegung für Inklusion“ mit Fortbildung kommunaler Inklusionsvermittler zu Gast in Denzlingen

Inklusion ist das Bestreben, das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Einschränkung zur Normalität werden zu lassen. Um dies umzusetzen, vereinbarten alle 24 Gemeinden des Landkreises Emmendingen im Oktober 2017 eine Präambel mit dem Inhalt, Inklusion im Landkreis voranzutreiben. Das Projekt „Bürgerbewegung für Inklusion“ soll die Ausweitung kommunaler Initiativen unterstützen und ist vom Land Baden-Württemberg gefördert. Im Rahmen des Projekts werden im Landkreis 13 kommunale Inklusionsvermittler (KIV) installiert und ausgebildet.
Auf Einladung von Denzlingens Bürgermeister Markus Hollemann findet heute eine Fortbildung des Projekts im alten Denzlinger Rathaus statt, in der die kommunalen Inklusionsvermittler erfolgreiches Netzwerken vermittelt bekommen. In einem Pressegespräch informierten Bürgermeister Hollemann, Projektleiterin Elke Eichler, der Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Landkreis Emmendingen Bruno Stratz und die kommunale Inklusionsvermittlerin der Gemeinde Denzlingen, Marianne Hermann parallel über das Projekt.

„Inklusion fängt in den Köpfen an!“, beschreibt Bürgermeister Markus Hollemann die Problematik der Inklusionsbemühungen der Gemeinde und des Landkreises. „Barrierefreiheit ist nicht nur die behindertengerechte Gestaltung des Lebensraums, sondern vielmehr Inklusion als Normalität anzusehen und zu begreifen“, ergänzt der Bürgermeister. Als Beispiel nannte Hollemann den kürzlich fertiggestellten Umbau des Rathauseingangs. Dabei sei es nicht nur darum gegangen, den Eingang barrierefrei zu gestalten, sondern betroffene Menschen schon bei der Planung mit einzubeziehen.
„Nicht separate behindertengerechte Eingänge zu schaffen, sondern die vorhandenen für alle Menschen nutzbar zu machen“, nennt es Esther Weber, Leiterin der Geschäftsstelle des Beauftragten für Menschen mit Behinderung im Landratsamt.

Das Projekt „Bürgerbewegung für Inklusion“ im Landkreis Emmendingen wurde im Dezember 2017 gestartet und dauert zwei Jahre. In einem ersten Schritt wurden insgesamt dreizehn kommunale Inklusionsvermittler (KIV) ausgebildet und in den Gemeinden installiert. In Denzlingen ist dies Marianne Hermann, die im Rathaus beschäftigt ist und diese Aufgabe im Rahmen ihrer Tätigkeit übernommen hat.
Die KIV sollen als Ansprechpartner für Menschen mit Einschränkungen dienen, die Bedürfnisse aufnehmen und an die geeigneten Stellen weitergeben. „Dazu ist ein funktionierendes Netzwerk immens wichtig“, erläutert Projektleiterin Elke Eichler von der Akademie Himmelreich, die ein derartiges Projekt schon m Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald durchgeführt hat und ihre Erfahrungen nun in dieses Projekt mit einbringt. „Die KIV sollen nicht beraten, sondern betroffenen Menschen die richtige Beratung und Hilfe vermitteln“, stellt Eichler klar.

„Die Gemeinde Denzlingen tut auf diesem Gebiet schon sehr viel und beabsichtigt, ihre Initiativen zur Inklusion noch auszuweiten und zu intensivieren“, so Bürgermeister Markus Hollemann. So habe man schon vor drei Jahren in einem gemeindeeigenen Wohnprojekt barrierefreie Wohnungen gebaut und an Menschen mit Einschränkungen vermietet. „Schon damals haben wir eng mit dem Landratsamt zusammengearbeitet um entsprechende Mieter zu finden“, so Hollemann und lobt dabei die Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für Menschen mit Behinderungen.
Als weitere Beispiele nannte Hollemann die geplante Installation eines Lifters im Denzlinger Schwimmbad und die ausleihbaren Hörhilfen für Veranstaltungen im Kultur- und Bürgerhaus.

„Schon vor dreißig Jahren war für mich das Gymnasium Denzlingen die einzige Bildungseinrichtung im Landkreis, die mir nach meinem Unfall durch die Barrierefreiheit des Gebäudes das Abitur ermöglichte“, erzählt Esther Weber, die selbst auf einen Rollstuhl angewiesen ist.

Bis die Inklusion tatsächlich in den Köpfen aller Menschen angekommen ist, ist es noch ein weiter Weg, sind sich alle am Tisch einig. Die Einrichtung der kommunalen Inklusionsvermittler ist ein Baustein auf diesem Weg. „Wir wollen in den Schulen anfangen, denn die Kinder gehen viel selbstverständlicher mit solchen Themen um“, weiß Marianne Hermann und freut sich auf ihre kommenden Aufgaben.

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