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Kreis Emmendingen - Freiamt

23. Feb 2024 - 11:54 Uhr

Burgputzete in Freiamt zum 1.000-jährigen Jubiläum von Mußbach - 13 ehrenamtliche Helfer befreiten die Burgruine Keppenbach vom Wildwuchs

Burgputzete in Freiamt zum 1.000-jährigen Jubiläum von Mußbach.

Foto: Kurhaus und Tourist-Information Freiamt
Burgputzete in Freiamt zum 1.000-jährigen Jubiläum von Mußbach.

Foto: Kurhaus und Tourist-Information Freiamt
Am Samstag, den 17. Februar 2024 halfen 13 Bürgerinnen und Bürger dabei die Freiämter Burgruine Keppenbach von Dornen, Brennnesseln und allerlei Unrat zu befreien, damit das beliebte Ausflugsziel in Freiamt passend zum Jubiläumsjahr 2024 von 1000 Jahre Mußbach wieder in neuem Glanz erstrahlt.

Seit 2003 lädt die Gemeinde etwa alle ein bis zwei Jahre zur großen „Burgputzete“ ein. Dieses Jahr halfen neben Mitgliedern des SC Freiamts auch einige engagierte Bürgerinnen und Bürger, die dem Aufruf in der Presse gefolgt waren. Zum Abschluss bedankte sich Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench bei den Helfer:innen und lud sie noch auf ein gemeinsames Vesper ein.

455 m ü. d. M. liegt die Burgruine Keppenbach und bietet einen schönen Ausblick auf das Brettental. Die Burg hatte ursprünglich eine Länge von 200 m, eine Breite von 35 m und gehörte zu den größeren im Breisgau.
Ihr Erbauungsdatum wird auf Mitte oder Ende des 12. Jahrhunderts geschätzt.
Getrieben von Silbererzfunden entlang der Hänge des Brettenbaches nahmen die Zähringer Herzöge das Gelände an sich und verdrängten dort den mit der Rodung beschäftigten kleinen Adel. Zum Ritter von Keppenbach ernannten die Zähringer einen tüchtigen Untertanen und befahlen ihm, zum Schutze der Silbererzgruben, eine Burg zu bauen. Die Ausbeute an Silber war jedoch geringer als erhofft, sodass der eigentliche Silberbergbau um 1800 eingestellt wurde. Nachdem 1218 der letzte Zähringer Herzog gestorben war, mussten die Keppenbacher trotz größerer Selbstständigkeit und anfänglicher Erfolge wegen den geringen Silbererträgen und anderer Nöte ihren Lebensunterhalt durch Raubzüge aufbessern. Als Raubritter zur Landplage geworden, ließen die Freiburger Herren 1396 die Burg zerstören. Doch schon 1408 wurde den Keppenbachern erlaubt, ihre Burg als Ganerbenburg aufzubauen. Im Bauernkrieg 1525 wurde sie jedoch restlos zerstört. So endeten die Keppenbacher Ritter völlig verarmt, ohne Wohnsitz und Macht. Inzwischen waren Macht und Einfluss längst in andere Hände übergegangen.

Nachdem die Ruine rund 370 Jahre im „Dornröschenschlaf“ verharrte, begannen um 1900 die ersten Ausgrabungen, die aber nach kurzer Zeit ins Stocken gerieten. Einer Arbeitsgruppe aus engagierten Bürgern gelang es schließlich zwischen 1970 und 1982 die Ausgrabungen weiterzuführen und so die Burgruine ins öffentliche Bewusstsein zurückzuholen. Die Burgruine ist nach einem etwa 20-minütigen gemütlichen Fußmarsch vom Sägplatz in Freiamt (beim Rathaus) durch den Wald zu erreichen.


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